angreifen, 1. (Bergb.) einen neuen Stolln höher angreifen, d. h. anlegen, anfangen. — 2. (Forstw.) das Holz angreifen, Bäume abhauen. — 3. (Tischl. u. Zimm.) das Holz angreifen, s. v. w.sehr viel abhobeln; ein Hobel greift an, d. h. er hat viel Eisen, das Eisen steht weit vor und nimmt starke Späne weg; die Politur greift an, d. h. sie dringt gut ein; dasselbe vom Firniß. — 4. (Schloss. und Eisenarb.) in Bezug auf die Schärfe der Feile, ähnlich wie beim Hobel; das Schloß, der Riegel greift gut an, für eingreifen (s.d.). Der Schlüssel greift den Riegel nicht gut an, d. h. erfaßt ihn nicht ordentlich oder es ist zu viel Reibung vorhanden. Aber auch in schädlicher Weise: der Rost greift das Eisen an, oder das Eisen greift Messing an, wenn es sich mit ihm reibt; durch die Reibung zweier Metalle an einander wird sich das weichere schneller abnutzen als das härtere, u. man sagt dann: das härtere greift das weichere an. Daher braucht man das Wort angreifen für reiben, Friktion erzeugen überhaupt.