Anhydrit, m., Karstenit, wasserfreier Gips, Muriacit, wasserfreier, schwefelsaurer Kalk, franz. anhydrite, f., chaux sulfatée anhydre, chaux sulfatine, engl. anhydrite, anhydrous gypsum, kommt in der Natur theils krystallisirt (als Würfelspat, cube-spar), prismatischer Gipshaloid etc., theils krystallinisch (körnig, franz. sacharoide, engl. granular) oder faserig vor. Die Krystallform des A. ist rhombisch mit drei Hauptblättern durchgangen, die sich rechtwinklig durchschneiden, daher sein Bestreben, gerade, rechtwinklige Prismen zu bilden. Der Bruch ist muschlig, öfter splittrig. Die Farbe ist weiß, jedoch auch blau, grau, röthlich, welche Färbungen von bituminösen Stoffen herrühren. Die Härte des A. liegt zwischen der des Kalk- und Flußspates; spez. Gew. 2, — 2,5; er hat Glasglanz, auf dem Strich perlmutterähnlich; vor dem schmilzt er zu einer weißen, emailleähnlichen Masse. Er besteht hauptsächl. aus wasserfreiem schwefelsauren Kalk, dem noch Kieselerde und Eisenoxyd beigemengt sind. Sobald der A eine bestimmte Menge Wasser aufgenommen hat, verwandelt er sich in Gips, daher er auf seinen Lagerstätten, wie z. B. im Harz, von Gips überlagert ist. Der A. kommt in einigen Flötzformationen vor. Im Salzthon des Steinsalzlagers von Wielitzka kommt ein grauer A. in darmförmig gewundenen Lagen vor, welchen man Gekrösstein nennt, frz. anhydrite compacte, engl. tripestone. Seiner Eigenschaft wegen, sich in Gips umzuwandeln, eignet er sich nicht gut zum Baumaterial, denn bei der Umwandlung berstet er leicht u. verwirft sich, doch werden die festen u. dichten Varietäten zu Kunstwerken u. Statuen verarbeitet. In der Landwirthschaft wird er wie Gips verwendet. W.