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NaturlehreBrockhaus 1882

Augit, ein sehr verbreitetes, dem monoklinen System angehöriges Mineral, welches als Bisilikat im wesentlichen aus Kieselsäure, Kalk, Magnesia, halt. Die besteht, oft auch etwas Thonerde enthält. Die häufigste Krystallgestalt ist eine Kombination des Prismas (877), der beiden vertikalen Säuren sehr wenig er NK. itm Einen wesentlichen Gemengteil bildet der A. in mehrern verbreiteten, meist kieselsäurearmen Gebirgsarten, wie im Basalt, Dolerit, Diabas, Melaphyr und in vielen Laven und vulkanischen user in denen er oft in schönen Krysuhlr ausgesondert vorkommt, wie z. B. am Kaisertuhl im Breisgau, in Böhmen, am Vesuv, Atna und in der Auvergne. Häufig findet er sich im Kalkstein eingewachsen, mit anscheinend ges —. Oberfläche und in körnigen Massen (Kokkolith), welche, wie zu Arendal in Norwegen, Magneteisensteinlager begleiten. Aus der Verwitterung A. haltender Gesteine geht ein guter eisenreicher Boden ++ Eine schöne grüne und durchsichtige, reich eche uchm Varietät des A., Diopsid genannt, welche sich auf der Mussa-Alpe in Piemont und auf der Alpe Schwarzenstein im Zillerthale in Tirol findet, wird namentlich in Turin und Chamouny als Schmuckstein verschliffen. Andere Varietäten des A. sind Salit, Malakolith, Pyror Ein oft gebrauchtes Synonym für A. ist Pyropen. Unter der Gruppe des A. oder Pyroxens begreift man außer dem eigentlichen A. auch die then, ischen Mineralien Enstatit, Bronzit, „ en, die monoklinen Diallag, Akmit und Ägirin, die triklinen Rhodonit, Babingtonit und Szerboit, welche alle bei analoger chemischer Zusammensetzung einen Prismenwinkel von etwa 87“ aufweisen. Augitporphyr, ein Gestein, dessen dunkelgrüne bis 4on ⸗ dichte Grundmasse wohlgebildete Krystalle von Augit und oft auch gestreiften Plagioklas enthält. Dasselbe gehört nach seinen geolog. Lagerungsverhältnissen jedenfalls zu den eruptiven Gesteinen, welche aus dem Erdinnern emporgepreßt worden sind. Gewöhnlich hat man es als gleichbedeutend mit Melaphyr betrachtet, hat es jedoch in neuester Zeit scharf davon zu trennen gesucht. Ganz außerordentlich verbreitet ist dasselbe im Gebiet des Fassathals in Südtirol, wo es Kalksteine und Dolomite der Trias⸗ und Juraperiode vielfach durchsetzt hat und von ausgedehnten Tuffbildungen begleitet wird. Im Fassathale sowie in Norwegen kommt auch noch eine Varietät desselben vor, welche Uralit statt H0r enthält; diese hatte man schon früher am Ural aufgefunden und dort Uralitorphyr genannt. Sehr leicht kann A. mit Baalt Manse a werden, von dem er nd aber durch den Mangel an deutlich hervortretendem Olivin unterscheidet, der im echten Basalt fast nie fehlt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 210Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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