anlassen, 1. s. v. w. in Gang setzen, z. B. ein Gebläse a., frz. donner le vent, engl. to blow in; einen Hohofen a., frz. mettre à feu. — 2. Ein Teich wird angelassen, d. h. es wird ihm Wasser zugeführt. Bei einer Mühle wird derselbe Ausdruck, frz. d&vantiller, lever les vannés, engl. to open the floodgates, für das Aufziehen der Schützen gebraucht, durch welches das Wasser den Rädern zugeführt und also die Mühle in Gang gebracht wird. —3.(Salzw.) die Pfanne a., sie, wenn sie ganz leer war, wieder mit Sole anfüllen, wogegen das Nachfüllen Zulassen genannt wird. —4. a., nachlassen, tempern, adouciren, frz. adoucir, recuire, faire revenir l'acier, engl. to anneal, to temper, to let down. Sehr viele Metalle, welche nach dem Hämmern, Walzen oder Gießen, oder durch rasches Abkühlen spröde und zu hart geworden sind, lassen sich durch wiederholtes Erhitzen bis zu einer gewissen Temperatur und durch langsames Abkühlen einen Theil der Härte und Sprödigkeit nehmen. So braucht man z. B. Stahl, welcher zu sehr gehärtet ist u. sich deshalb schwer schmieden läßt, nur bis zu einer bestimmten Temperatur (nahe der dunklen Rothglut) zu erwärmen und langsam wieder abzukühlen, um ihm die Weichheit und Zähigkeit zu geben, die zum Bearbeiten nöthig und bei manchen aus Stahl gefertigten Werkzeugen unentbehrlich ist. Das A. des Stahls kann regulirt werden, so daß man dabei verschiedene Härtegrade erzielen kann, welche man an der Farbe erkennt, mit der er anläuft. Die Vermindernng der Härte des gehärteten Stahls ist um so beträchtlicher, je höher die Temperatur war, bis zu welcher man ihn behufs des Anlassens erwärmt hat, u. von welcher aus man ihn allmählich abkühlen läßt, s. anlaufen B3u.4. — 5. Auch Gold, Silber, Kupferre. läßt man an, wie Stahl, u. aus demselben Grund, nur müssen diese Metalle stärker als Stahl erhitzt werden.