Ara und alta ara, f., lat., s. Altar; ara sépulchri, der Scheiterhaufen; ara virtutis, Ehrendenkmal; araé fociqué, Haus und Hĩrd. Arabeske, f. frz. arabesque, moréesque, f. engl. arabian or moorish ornate, arabésk, morésk. Es ist einer von den vielen Anachronismen in der TechnologieL der Baukunst, daß man die Benennung Arabesken, also arabische Verzierungen, auf alles Pflanzenornament, ja selbst auf solches überträgt, was mit Thiergestalten durchzogen ist. Es giebt Viele, die sogar die griechischen und römischen Rankenzüge Arabesken nennen, ohne zu berücksichtigen, daß zur Zeit der Griechen u. Römer an arabische Künstler noch gar nicht zu denken war; in Bezug auf die fülschlich so genannten Arabesken, ihre F Form u. Entstehung so- wie eigentliche Benennung s. die Art. Blätter, Rankenzüge, Ornamente, Grottesken, Phantasiepflanzen, pompejanisch etc. Dieeigentlich so zu benennenden Arabesken sind namentlich Pflanzenverschlingungen, welche die Araber auf so sinnige, angenehme u. richtig abgewogene Weise durch die geometrischen Grundformen ihrer Architektur und ihrer Verzierungen hindurch zu ziehen wußten, jedes Zwickelchen auf gleichmäßige Weise ausfüllend, ohne kahle Stelle, aber auch ohne Ueberladung. Die haupisächlichsten unter den Pflanzen u. Pflanzentheilen, von denen sie die Vorbilder zu diesem Blattwerk entnahmen, gehören der südlichen Heimat dieser Künstler an. Farnkräuter, Schneckenklee, Orangenknospen, Granatäpfel, Pinienzapfen und viele Schlingpflanzen sowie Fächerpalmen sind es, die auf schwanken Stengeln nach allen Richtungen hin sich gegenseitig u. die geometrischen Hauptlinien der Eintheilung durchkreuzen; Blätter, Knospen u. Früchte (offene Blumen kommen höchst selten vor) sind stets sehr streng stilisirt, die Ranken sind ungemein zart gehalten und in Kreislinien, Spiralen etc. gebogen. Dabei ist die Durchkreuzung möglichst konsequent so eingerichtet, daß der durch eine Rankenverschlingung oder Blattumbiegung gebildete Kreis gerade in seinem Mittelpunkt von einer oder zwei Ranken durchschnitten wird, so daß selbst mitten in dem scheinbar willkürlichsten Durcheinander von Blättern u. Ranken eine gewisseRegelmäßigkeit zur Geltung gelangt. Diese wird noch dadurch vermehrt, daß alle solche Rankenverschlingungen theils durch die zu Grund gelegte geometrische Eintheilung in Felder, theils durch sich hindurchziehende Bänder und Streifen, theils durch die periodische Wiederkehr der angewendeten Linien und der zum Kolorit verwendeten Farben in größere Partien gesondert werden, die dem Auge Ruhe gewähren und den Uebergang von der strengen Architektur zu der zauberhaft phantastischen Ornamentirung auf sehr milde Weise vermitteln. Für Anwendung dieser Arabesken nun dürfte Folgendes gelten: Die einzelnen Füllungen von Holzdecken und Thürflügeln, welche nach der Comarajia (s. d.) konstruirt sind, kleine Bogenzwickel etc., sind ganz selbständig mit Arabesken ausgefüllt, die sich meist symmetrisch von einer Mittellinie aus vertheilen. Größere Bogenzwickel, ganze Wandflächen etc. sind durch breite rajia oder durch Kombination von Kreis und Schlangenlinien in periodisch wiederkehrende Felder getheilt und mit Arabesken durchzogen. Einiges noch darüber s. u. d. Art. arabischer u. maurischer Stil.