Bauverzierung, f., frz. ornement m. architéctonique, nennt man alles Dasjenige, was man irgend einem Bauwerk in der Absicht hinzufügt, um es dem Auge angenehmerzu machen. Diese Zugaben bilden die accessorische oder zufällige Schönheit, da die wesentliche Schönheit eines Bauwerkes hauptsächlich auf der richtigen Anordnung der einzelnen Gebäudetheile, der Verhältnisse etc. beruht. Man kann sie in aktive, organische oder auch motivirte, und passive, unorganische oder zufällige eintheilen. Zu den aktiven gehören die Säulen, Pfeiler, Thürgewände, Konsolen, Simse, Sohlbänke etc.; zu den passiven Rosetten, Fruchtschnüre sowie alle nur als Verzierung dienende Gesimse, Arabesken, Bildhauer-, Stukkatur- u. Malerarbeiten, u. kommt es bei ihrer Anwendung vorzüglich auf genaues Abwägen des Bedürfnisses nach Verzierung, auf richtige Wahl der Stelle zur Anbringung, dann aber auch auf richtigen Sinn für Formen und Farben an. Uebrigens sind rein passive Verzierungen zu vermeiden. Vergl. auch d. Art. Aesthetik, Verzierung, Ausschmückung, Dekoration, Entwerfen etc.