Arbeit, f., 1. frz. travail, m., Ouvrage, m., engl. work — Arbeit in Tagelohn, travail à la journée, engl. daywork, Arbeit in Akkord, im Gedinge, travail à la täche, à prix fait, à forfait, engl. piece-work, tutt-work. Die richtige Vertheilung der A. auf einem Bau ist eine der wichtigsten Funktionen des Bauführenden. Um diese erfüllen zu können, muß er genau wissen, wie viel Zeit die Anfertigung jedes einzelnen Theiles in Anspruch nimmt, wie viel Arbeiter an einer Strecke des Baues placirt werden können, ohne daß sie einander im Weg sind. Danach bestimmt er dann im voraus die Zeitpunkte für Vollendung der einzelnen Bautheile, für das Auflegen der Balkenlagen, das Richten des Daches etc.; nun muß er auch diejenigen Arbeiten, die, in Werkstätten gefertigt, vollendet auf den Bau geliefert werden, zu rechter Zeit bestellen und den Zeitpunkt ihrer Ablieferung fest bestimmen, damit der Bau nicht durch das Ausbleiben eines oder des andern zu spät bestellten Gegenstandes aufgehalten werde. Auch die größere oder geringere Geschicklichkeit der Arbeiter muß bei dieser Arbeitsvertheilung sorgfältig berücksichtigt werden; s. auch d. Art. Arbeiteranstellung. — 2. Im mechanischen Sinn versteht man unter A. jede Kraftäußerung od. übung eines Widerstandes (Zuges od. Druckes) auf einer bestimmten Wegstrecke kund giebt. Die mechanische Arbeit, das Arbeitsvermögen, frz. travail mécanique, effet, engl. mechanical work, labouring force (done work), auch Leistung, Wirkung, Efsekt, setzt stets Bewegung einer Masse voraus, denn in der Ruhe kann wohl eine Kraft anderen Kräften das Gleichgewicht halten, aber sie arbeitet nicht. Die Größe einer Arbeit ist für jeden Theil der Wegstrecke dem durch die Kraft ausgeübten Zug oder Druck u. der zurückgelegten Wegstrecke proportional. Als Mäß für Kraftwirkungen hat man die Wirkung der Schwerkraft, als einer sich unter bekannten Bedingungen stets gleichbleibenden Kraft, gewählt. Um eine Kraftwirkung durch die Wirkung der Schwerkraftzu messen, bringt man an den Ort eines Körpers, z. B. an den beweglichen Theil einer Maschine, an welchem eine Kraft (Zug oder Druckj wirkt, statt dieser Kraft Massen an, welche frei der Wirkung der Schwere überlassen sind (also frei herabhängendeGewichte); diese Massen folgen dann entw. der Wirkung der Schwere, indem sie einen Widerstand überwinden, oder sie werden von einer der Schwere entgegenarbeitenden Kraft gehoben, indem sie einen Widerstand ausüben. In beiden Fällen ist es möglich, durch das Gewicht der Massen und die Länge des Wegs sich einen Begriff über die von der Schwere ausgeübte Kraftwirkung zu bilden. Als Mäß für Kraftwirkungen ist nämlich das Produkt aus Gewicht und Weg angenommen. Ist z. B. hedie Fallhöhe, A die Wassermenge, welche pro Zeiteinheit passirt, das Gewicht der Kubikeinheit, so wird das Arbeitsvermögen oder die Leistung L. V. h, s.übr. d. Art. Wasserkraft. Es führt dieses Mäß entweder den Namen Fußpfund, wenn man nach Fußen und Pfunden, oder Kilogramm-Meter, auch Meter-Kilogramm, Mkg., wenn man nach Metern und Kilogramm gemessen hat. So verrichten z. B. 100 Pfund, welche an ein um eine Welle geschlungenes Tau befestigt sind, indem sie, um 10 Fuß herabsinkend, die Welle umdrehen, eine Arbeit von 100410 Fußpfund oder bei 100 Kilogramm und 10 Meter eine Arbeit von 100410 =m 1000 Mkg.; werden hingegen diese 100 Pfund oder 100 Kilogr. von einer die Welle drehenden Kraft um 10 Fuß oder 10 Meter gehoben, so verrichtet diese Krafteine Arbeit von 1000 Fußpfund in dem einen Fall, und im andern Fall von 1000 Mkg. In der Praxis handelt es sich aber meist darum, daß eine gewisse A. in einer bestimmten Zeit verrichtet wird, weshalb man bei Bestimmung der Arbeitsgrößen auch die Zeitdauer zu berücksichtigen hat. Die Bestimmung der mechanischen A. für praktische Zwecke betr. lassen wir einige Rechnungsbeispiele folgen. 4. Zwei Arbeiter, Au. B, tragen Lasten in die oberen Etagen eines Gebäudes. Beide sind gleich länge thätig, aber während A 8000 Pfund auf 50 Fuß Höhe schafft, bringt B20000 Pfund auf 35 Fuß Höhe. Wie groß sind die geleisteten Arbeiten und wie viel muß B gerechterweise mehr erhalten, wenn A mit 4, Mark bezahlt wird? Die Arbeit des A beträgt 400 000 Fußpfund, die des B 700 000 Fußpfund, demnach berechnet sich der Lohn des B nach der Proportion 4:7 =e 4,: X. d. i. X. = 7,75 Mark. b. Nach Beobachtungen beim Freiberger Bergbau beträgt die Nutzarbeit eines Arbeiters am Haspel in 8stündiger Schicht 703 510 Fußpfund. Wie viel leistet dabei ein Mann durchschnittlich in der Sekunde? Zur Messung größerer Arbeiten wendet man der besseren Uebersicht halber ein größeres Mäß, die Pferdekraft, an, welche zuerst von Watt zu 550 Fußpfund (engl. Maß) pro Sekunde bestimmt wurde; nach metrischem Mäß beträgt eine Pferdekraft 75 Mkg. Die einer bewegenden Kraft natürlich innewohnende mechanische A. nennt man die Cotalarbeit der Kraft, Totaleffekt, Totalleistung, frz. effet total, effet absolu, engl. whole effect, während derjenige Theil, welcher zur Wirkung gebracht, z. B. zum Betrieb einer Maschine benutzt werden kann, die Uutzarbeit, Nutzleistung, Nutzeffekt, frz.ekket utile, travaih utile, engl. usefullefféet, effective power, duty, heißt. Der Theil der Totalarbeit, welcher auf dem Weg durch die Maschine infolge von Reibung, Luftdruck und anderen Widerständen verloren geht, heißt Kebenarbeit, Nebeneffekt, verlorne Kraft, fz. etlet perdu, travail du aux résistances passives, engl. lost efféct, impeding-effect. Der Wirkungsgrad einer Maschine ist der Quotient ausNutzarbeit durchTotalarbeit. Wird das Maximum der täglichen Leistung eines belebten Motors in Mkg mit L, die von ihm ausgeübte Kraft in Kilogrammen mitP, die entsprechende Geschwindigkeit pro Sekunde in Metern mit », die tägliche Arbeitszeit mit t bezeichnet, so ergiebt sich die tägliche Maximalleistung durch die Gleichung L Pyvt.