Archimedische Schraube, f., Schiffsschraube, Schraubenpropeller, auch Schraubenrand genannt, frz. vis f. d'Archimède, hélice f. propulsive, engl. Archimedes' screw, screw-propeller, wurde zuerst im Jahr 1840 praktisch zum Dampfschiffbetrieb anstatt der Schaufelräder angewendet. Die Schraube erfordert zwar zum Schiffsbetrab nicht weniger Kraftaufwand als das Schaufelrad, aber sie bietet gewisse Vortheile, ist jedoch auch mit Nachtheilen gegenüber den Schaufelrädern behaftet. Vortheile der Schrauben sind: 1. daß ihre Wirkung bei weitem nicht so sehr vom Zustand der See (ob ruhig od. bewegt) abhängt, als die Wirkung der Schaufelräder. Die Wellenbewegung des Wassers, das Schlingern und Stampfen des Schiffes haben auf die Wirkung der Schrauben nur einen geringen, auf die Wirkung der Schaufelräder einen sehr bemerkbaren nachtheiligen Einfluß, denn legt sich ein Schiff zur Seite, so kommt das eine Rad beinahe in die Luft hinaus, während das andere im Wasser herumwühlt und das Schiff zu drehen sucht; 2. istein Schraubenschiff bei hochgehender See leichter zu steuern als ein Räderschiff; 3. können die Maschinen für ein Schraubenschiff niedriger, leichter und weniger umfangreich hergestellt werden als die fürein Räderschiff; 4. sind die Maschinen sowie der Treibapparat selbst bei Schraubenschiffen für Kriegszwecke gegen feindliche Geschosse sehr gesichert und kann das obere Deck eines Schraubenschiffes ganz armirt werden; 5. ist dieBewegung eines Schraubenschiffes ruhiger als die eines Räderschiffes. Nachtheile der Schraube sind, daß sie das Wasser sehr aufwühlt, weshalb sie sich für Flußschiffe viel weniger gut eignet als Schaufelräder; ferner daß ihre Umdrehung mit großer Geschwindigkeit erfolgen muß, und zwar um so mehr, je kleiner das Schiff u. demnach der Treibapparat ist; auch ist die sichere Bewegung der Schraubenwelle mit Schwierigkeiten verknüpft. Die ersten Schiffsschrauben bestanden aus einer einzigen Windung von 360“ und konnten deshalb als archimedische Schrauben bezeichnet werden. Später konstruirte man aber mit Vortheil Schrauben mit zwei Windungen von je 180“. In neuester Zeit werden die Schiffsschrauben mit zwei, drei bis vier Flügeln hergestellt. Fig. 244 zeigt ein dreiflügeliges Schraubenrad oder eine sog. Windmühlenradschraube. Solche Flügelräder bieten den gewöhnlichen Schraubenrädern gegenüber mehrere Vortheile, sowohl in theoretischer als in praktischer Hinsicht; in letzterer bes. den, daß die Gußmodelle leichter herzustellen sind. Sνοα. Nach demselben Prinzip sind die schon seit undenklichen Zeiten bekannten Steinschrauben (s. d.) gestaltet.