Assimilation (lat., d. h. Anähnlichung) nennt man in der Tierphysiologie denjenigen Akt der Ernährung, vermöge dessen die von den Tieren, sei es durch die Verdauungsorgane, sei es auf irgend eine andere Weise der Außenwelt entnommenen Substanzen den Stoffen des lebenden tierischen Körpers immer ähnlicher gemacht und in lebendigen Tierstoff umgewandelt (animalisiert) werden. (S. Ernährung.) In der Oinne en hysiologie nennt man A. im weitern Sinne alle diejenigen Umwandlungen der von den Pflanzen audgenommnenen Stoffe zu Körpern, die für die Lebensthätigkeit des vegetabilischen Organismus erforderlich 1— Im engern Sinne dagegen versteht man in der Botanik unter A. vorzugsweise die Kohlen esehung der ar d. h. die Desoxydierung oder die Zersetzung der aus der umgebenden Luft aufgenommenen Kohlensäure in Kohlenstoff und Sauerstoff und die Nutzbarmachung des erstern für das Leben der Pflanze. Da der Kohlcher den Hauptbestandteil der Wandungen Indet licher Zellen, aus denen die Pflanze besteht, ildet und außerdem noch bew an der Zusammensetzung des Zellinhalts in hervorragender Weise Anteil nimmt, so ist selbstverständlich die Kohlenstoffassimilation der wichtigste Faktor bei der Ernährun der Pflanzen. Troßdem der Bedarf an Rede au ein so bedeutender ist, so wird doch derselbe ausschließlich aus den sehr geringen Quantitäten (gewöhnlich nur 0,04—0,6 Proz. Kohlensäure in der eben die Fähigkeit, der Luft die in ihr vorhandene Ko 12Kohie energisch zu entziehen. de Kohlenstoffassimilation, also die Bildung organischer Substanz aus anorganischen Verbindungen, kommt jedoch nicht allen Pflanzen zu, sondern nur denjenigen, die Chlorophy IuPfln Es ist sicher nachgewiesen, daß bei nicht grünen — also bei sämtlichen Pilzen, ferner bei vielen als Schmarotzer lebenden höhern Pflanzen, eine derartige Verarbeitung anorganischer Stoffe zu organischen nicht stattndet, daß sie vielmehr darauf angewiesen sind, ihre ährstoffe bereits in Form organischer Verbindungen aufzunehmen, indem entweder saprophytisch, d. h. auf Fäulnisprodukten sowohl tierischen wie pflanzlichen Ursprungs leben oder als Parasiten auf lebenden wachsen. Es ist ferner un zahlreiche Untersuchungen festgestellt, daß die Koh elenibtitilnten in den grünen Pflanzen nur bei Beleuchtung . und zwar sind es vorzugsweise die gelben Strahlen des Spektrums, unter deren Einwirkung diese Stoffumwandlung am energischsten vor sich geht. Bei der A. wird eine bedeutende Menge Sauerstoff von den Pflanzen abgeschieden, wovon man sich leicht überzeugen kann, wenn man eine Anzahl grüner Blätter unter Wasser legt und einer intensiven Beleuchtung aussetzt; es entwickeln sich dabei fortwährend Gasblasen, die sich bei näherer Untersuchung als ziemlich reines schon sen san erweisen. Es werden deshalb auch schon seit langer Zeit die Pflanzen und vorzugsweise solche mit stark entwickelten Blättern (denn die Blätter bilden den hauptsächlichsten Assimilationsherd) zur Verbesserung der durch Atmen von Tieren verdorbenen Luft empfohlen, indem sie derselben die Kohlensäure entziehen und dafür Sauerstoff abgeben. (Vgl. Atmung.) Über die Thätigkeit, welche bei der A. dem Chiorophyll zukommt, s. unter Chlorophyll. .