FeedAsche
NaturlehreBrockhaus 1882

Asche nennt man die von einem durch Verbrennung zerstörten organischen Körper übrigbleibenden anorganischen unverbrennlichen Bestandteile. Daher ist es nicht richtig, wenn man bei eigentlichen Mineralien von A. spricht. So ist z. B. Bleiasche keine A., sondern ein Oryd des Bleies, da das Metall durch die Hitze nicht zerstört, sondern durch Hinzutritt des Sauerstoffs der atmosphärischen Luft in einen zusammengesetzten Körper, in ein Oryd, verwandelt worden ist, das nur zufällig das Aussehen von A. hat. Ebenso ist auch die sog. vulkanische A. nur ein feineres bimssteinartiges Produkt eines Schmelzungsprozesses, gleichsam ein fest gewordener Schaum der heißflüssigen Lava. Die A. der durch Verbrennung zerstörten Oternt en Körper, wohin auch die Braun⸗ und Steinkohlen gesaben⸗ besteht aus den anorganischen Salzen derselben. Die Pflanzen nehmen während ihres Wachstums verschiedene mineralische Substanzen auf, welche Bestandteile des Erdbodens waren und von der Zersetzung der die Erdoberfläche bildenden Mineralkörper, Granit, Porphyr, Basalt, Apatit und Phosphorit u. s. w. oder von Düngerbestandteilen herrühren. Wenn nun die Pflanzen verbrannt werden, so bleiben diese unorganischen Bestandteile zurück und bilden die A., welche aus löslichen und unlöslichen Verbindungen besteht. Die Elemente derselben sind Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Schwefel, Silicium und Chlor. an darf aber nicht glauben, daß die durch die Gruppierung dieser Elemente rocpade den Salze, die Silicate, Phosphate, Carbonate und Sulfate, schon in dieser Form vor der Verbrennung in der Pflanze vorhanden waren; die Basen der in der A. nachweisbaren kohlensauren Salze waren in der lebenden Pflanze hauptsächlich an Pflanzensäuren, wie Apfelsäure, Weinsäure, Oralsäure und andere, gebunden, welche bei der Verbrennung zerstört und in Kohlensäure verwandelt wurden. Dann wird auch durch die Hitze ein Teil der Kohlensäure aus einigen Salzen, wie dem Kalksalze ausgetrieben, denn die Kohlensäure in der A. reicht nicht hin, um die Basen vollkommen zu sättigen. Ebenso wenig entspricht der Gehalt der A. an schwefelsauren Salzen den in der lebenden Pflanze enthaltenen Mengen, da im Verbrennungsprozeß Schwefelsäure aus dem im Pflanzeneiweiß enthaltenen Schwefel 4 wehr wird. Landpflanzen enthalten in ihrer A. meh kohlemaures Kali, Meerespflanzen dagegen mehr kohlensaures Natron. Durch Auslaugen läßt sich aus erstern Pottasche (s. d.), aus letztern Soda (s. d.) absondern. In der A. aller ½ namentlich aber in der mehrerer Arten von Algen, ist mehr oder weniger Brom und Jod enthalten. Die Torfasche enthält wenig Kali, dagegen viel Erden, besonders Kalk; dasselbe gilt auch von der A. der Braun⸗ und Steinkohlen, welche oft auch sehr reich an Silicaten, Eisen⸗ und Thonerdeverbindungen sind. Die A. dieser Brennmaterialien unterscheiden sich ganz wesentlich von der der Pflanzen, welche zu ihrer Bildung gedient haben, die A. enthält fast keine Alkalien, weil diese während der Umbildung durch Wasser ausgewaschen sind, sie ist dagegen häufig sehr reich an Stoffen, welche den 1e Statten der Peueiatit nicht Iwelcer di indem die Stätten der egetation, aus welcher die Brennmaterialien hergingen, durch Überflutungen schlammführender Gewässer mit fremden Mineralien bedeckt sind, die sich den Torfen und Kohlen beigemischt haben. rüher hielt man die die A. bildenden Bestandteile der abf für sehr unwesentlich, wenigtens nicht für absolut notwendig zum Bestehen der flanze. Die Agrikulturchemie und Pflanzenphyiologie haben aber gelehrt, daß jede Pflanze eines Wenen Gehalts an Salzen zu ihrer normalen Entwickelung bedarf und daß den anorganischen Stoffen ganz bestimmte Funktionen im Leben der Pflanze zukommen. Seitdem sind Analysen der A., welche verschiedene Pflanzen liefern, von großem Interesse und ein wichtiges Fundament der gegenwärtigen Physiologie geworden. Es ist übrigens weder der Ashengehalt bei Individuen derselben Pflanzenart gleich, en Hewüße in den verschiedenen Teilen des nämlichen Gewächses, sondern es finden hierbei Leien malt nach Alter, Standort und einzelnen Teilen statt; so enthalten die Samen stets reichliche Mengen von Phosphaten, Kali, Magnesia, die Blätter Kalk und Silicate, Knollen und fleischige Gruchte kohlensaures Kali. Im allgemeinen gibt Eichenholz etwa 2,5 Proz., Eichenrinde 6 Proz., Lidenho 5 Proz., Birkenholz 1 Proz. und Weizenstroh 4,4 Proz. A. Bei Torf‚, Braun⸗ und Steinkohlen schwankt der Aschengehalt zwischen ½3 und 50 Proz. Von ganz abweichender Beschaffenheit ist die A. tierischer Teile, besonders die aus Knochen erhaltene. Sie besteht wesentlich aus phosphorsaurem Kalk, phosphorsaurer Magnesia und Fluorcalcium. Die Knochenasche oder Knochenerde ist daher zum Dünger, namentlich für Getreide überaus wertvoll, sie ist deshalb wichtigstes Rohmaterial bei der Darstellun künstlicher Dungstoffe. Weiße Knochenasche, weißgebranntes Elfenbein, Jamespulver, wird auch in der Medizin angewendet. In der A. von blutfreiem Fleisch überwiegen lösliche talie. D. in der des Blutes dagegen die Natronsalze. Die Holzasche, besonders die von Tannen⸗, Eichen⸗ und Buchenholz, bildet in holzreichen Ländern einen ansehnlichen Handelsartikel. Ihre technische Anwendung ist sehr vielfach, unter anderm bei der Seifensiederei, beim Leinwandbleichen, in sie mehr und mehr durch Soda und Pottasche verdrängt; weiße Knochenasche dient zur Herdmasse beim Abtreiben des Silbers, zu den kleinen, Kapellen genannten Tiegeln, die man bei Be timmung des ie A. wird bei fast allen Völkern als das Symbol der 1n, War schmn betrachtet. Sich mit A. zu bestreuen, war schon bei den Juden ein Zeichen der Trauer, Buße und Reue. Auch in der christl. Kirche war es vormals Sitte, in einem Sacke, das Haupt mit A. bestreut, Buße zu thun. (S. Ascher— „Asche (Salmo Thymallus, Thymallus vexilliler) auch Gräsling, Mailingoder Sprenghing genannt, ein Fisch aus der Ordnung der Bauchweichflosser und Familie der Salmen, erinnert hinsichtlich seiner Gestalt an die Forelle doch hat er größere Schuppen als diese und ein kleines, mit Rude Kegelzähnen bewaffnetes Maul. Die erste Rückenflosse ist bei ihm lang, schwarz oder rot gefleckt: der Körper von 30—60 em Länge und bräunlich; über jede Schuppenreihe läuft vom Kopfe bis zum Schwanze eine schwarze Linie. Das Fleisch ist zart und sehr schmackhaft, besonders im Winter. Die A. ist in Frankreich und Südeuropa selten; häufig in der Schweiz, Deutschland und Skandinavien. Sie lebt nach Art der Forelle, vorzugsweise in den Ein⸗ und Ausmündungen der Gebirgsseen und wird wie diese geangelt oder auch mit Grund-Ealt efischt. Sie wandert nicht zum Laichen und hã l am liebsten in strömendem Wasser.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 43Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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