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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Alkali, n., frz. alcali, m. engl. alkali, alcali, aus dem Arabischen al kali, d. h. Pflanzenaschensalz. Die Alkalien sind im chemischen Sinn als Gegensatz der Säuren zu betrachten, mit denen sie sich leicht zu Salzen verbinden. Die starken Säuren, als Essigsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure etc. können mit den Alkalien sogenannte neutrale Salze bilden, d. h. Salze, in denen sowohl der Charakter der Basis (hier des Alkali) als der Charakter der Säure vernichtet ist; die schwache Kohlensäure dagegen bildet mit den Alkalien sogenannte alkalische Salze, d. h. Salze, in denen der Charakter der Basis noch hervortritt. Die Alkalien oder unorganischen Basen sind als Oxyde von Metallen zu betrachten, sämtlich in Wasser leicht löslich, verbinden sich mit Wasser zu den sog. Alkalihydraten u. sind bes. dadurch charakterisirt, en rigen Lösungen ätzend auf Pflanzen- u. Thierstoffe wirken und auch h bei einer großen Anzahl von Pflanzenfarbstoffen die Farbe verändern. Letztere Eigenschaft dient als Mittel, um die Anwesenheit der Alkalien in einer Lösung zu konstatiren. Zu dieser Reaktion, die man die alkalische Reaktion nennt, verwendet man bes. die durch Säure roth gefärbte Lackmustinktur, deren ursprüngliche blaue Farbe durch alkalische Lösungen wieder hergestellt wird; ferner wird durch die Lösung der Alkalien das gelbe Pigment der Kurkume braun und das blaue der Veilchen, der Winden etc. grün gefärbt. Nach ihren Eigenschaften werden die Alkalien in zwei Gruppen getheilt: 1. Die eigentlichen oder reinen Alkalien: Kali, Natron, Lithion, Ammoniak. 2. Die erdigen Alkalien oder alkalische Erden: Kalk, Magnesia, Baryt und Strontian. Beide Arten von Alkalien unterscheiden sich bes. durch ihr Verhalten zu anderen Körpern, durch die verschiedene Löslichkeit ihrer Hydrate und Salze. Während die reinen Alkalien in Wasser sehr leicht löslich sind, finden wir die Löslichkeit der erdigen Alkalien in Wasser geringer. Die phosphorsauren, kohlensauren, schwefelsauren Salze der reinen Alkalien sind in Wasser sehr leicht löslich; dieselben Salze der alkalischen Erden dagegen in Wasser unlöslich. Da— Ammoniaku.Ammoniaksalze flüchtig sind, so hatman dieses Alkali auch flüchtiges Alkali, flüchtiges Laugensalz, frz. alcali, m. volatil genannt. Früher nannte man auch eine Reihe von organischen Körpern, welche sich in den Pflanzen fertig gebildet finden und gewisse Eigenschaften mit den Alkalien gemein haben, vegetabilische Alkalien; jetzt nennt man diese Körper Alkalolde (s. d.) oder organ. Basen. .

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 75Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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