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Recht & StaatBau-Lexikon 1881

Atlas, 1. (griech. Mythol.) nach d. ältesten griechischen Kosmogonien ein Titan, der die Empörung gegen Zeus theilte und zur Strafe den Himmel tragen muß, daher er öfters als Träger eines Globus dargestellt wird. Von ihm rührt die Benennung der Atlanten (s. unter 2). — 2. Atlas, m. (pl. Atlanten), Atlant, m., frz. albmtrh Die 2 Atlanten, auch Telamonten, Giganten, Parsen genannt, sind männliche, kräftige Gestalten, statt der Säulen verwendet. Der Ursprung ihrer Anwendung beruht theils auf dem Mythus vom Atlas (s.1) und vom Sieg des Zeus über die Giganten, theils auf dem Andenken an den Sieg der Griechen über die Perser. Wo sie die Griechen anwendeten, sind es ruhige, kräftige Gestalten, welche zwar nicht spielend, aber ohne übermäßige Anstrengung ihre Funktion erfüllen, das Gebälkauf ihrem Haupt und den 268 u. 269 (aus Gir⸗ Atlant aus Girgenti. genti). Die Römer u. ihre Nachahmer, die Künstler der Renaissance-u. Barockzeit, haben dies Motiv vielfach modifizirt u. verunstaltet, indem sie die Atlanten theils mit der aufgelegten Last gewissermaßen spielend, theils unter jämmerlichen Geberden darunter sich krümmend darstellten. Karikirtes und Gräßliches sowie Unlogisches aber hat die Kunst zu vermeiden, wo nicht die Symbolik es fordert.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 177Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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