Ausdehnung, f., 1. frz. dimension, étendue, f. engl. extension, protraction; im mathematischen Sinn bezeichnet es die Richtung, nach welcher man einen Theil des unendlichen Raumes ausmißt, u. das Mäß dieses Raumtheils. Die Linie hat nur A. nach einer Richtung (gewöhnlich Länge gen.); die Fläche nach zwei (Länge u. Breite) und der Körper nach drei Richtungen (Länge, Breite und Höhe). 2. versteht man noch unter A. die Raumerfüllung, frz. contenu, m., engl. content, eines Körpers, und muß dieselbe folglich jedem Körper zukommen. — 3. (frz. expansion, dilation, f., engl. expansion) die bei allen Körpern unter gewissen Umständen, bes. durch Temperaturerhöhung, erfolgende Vergrößerung ihres Volumens. a) Die lineare oder Längen-A. kommt bes. bei Stäben, Stangen, Balken etc. in Betracht. Folgende Tabelle giebt die Längenzunahme einiger festen Körper an: Material: Temperaturzunahme Verhältnis der Zunahme Stahl, nicht gehärtet . 1—1009 1: 927 =0,00107915 do. gehärtet e Kupfer, gehämmert 1—-100 1: 588 E 0,017 Bronze v. 8 Th. Kupfer Nimmt man an, daß die Längen-A. pro 1Temperaturerhöhung gleichmäßig wachse, so kann man hier noch die Längen-⸗A. f. jeden Grad Temperaturerhöhung bestimmen; die Zahl, welche diese A. angiebt, heißt der Ausdehnungskoéfstizient. Dieser ist für jeden Grad des 100theiligen Thermometers für Gußeisen 0,5000111, für Stabeisen Tabelle durch Division mit 100 zu finden. b) Körper-A. Manche Materialien erleiden bei Erwärmung bis zu gewissem Grad eine permanente A., welche z. B. bei Gußeisen bei längerem od. wiederholtem Glühen ziemlich bedeutend ist. Tropfbare Körper werden meist durch Wärme stärker ausgedehnt als feste. Da diese Körper von Gefäßen umschlossen sind, die sich bei Erwärmung ebenfalls ausdehnen, so erscheint die A. von Flüssigkeiten noch größer, als sie wirklich ist, und man hat absolute od. wirkliche n. scheinbare A. zu unterscheiden. Es dehnen sich alle tropfbar flüssigen Körper nicht proportional der Wärmezunahme aus; ihre Aten sind größer als die der festen Körper. Bei 0—100“ Wärmezunahme ist die A. für: Alkohol von 0,81 spez. Gew. . 0,112 nach Dalton, gesättigte Kocpahauflöfung ,50 „ Hallström, Quecksilber * e nach Wenck Die Koeffizienten auch hier ⸗ 740 dieser⸗ Zahlen. Am ungleichförmigsten dehnt sich Wasser aus. Meist nimmt man an, daß die größte Dichtigkeit desselben bei 4 eintrete. Wenn man das Vol. d. Wassers bei 100 1½ u. bei 4 1,000o setzt, so ist es nach Despretz C. Die A. der Luft und anderer Gase durch Wärme ist viel bedeutender und erfolgt viel regelmäßiger als die tropfbarer Flüssigkeiten. Bei Temperaturzunahme von 0—100 dehnen im allgemeinen die Gase ihr Volumen