Ausschmückung, f. frz. décoration, f., engl. dressing, decoration. Die Ä. der Gebäude kann eine äußere oder innere sein; die äußere A. muß unbedingt zugleich mit dem Gebäude entworfen werden und organisch aus den Bauformen herausgebildet, auch nach dem bei den Bauformen befolgten Stil geregelt sein. Etwas anders verhält es sich mit der innern A. der Räume; zwar wäre es auch hier wohl in künstlerischer Hinsicht am besten, wenn alle Räume in demselben Stil, den das Gebäude äußerlich befolgt, dekorirt würden, zu welchem Behuf dann die Dekoration auch zugleich mit dem Gebäude entworfen werden müßte; da aber sehr häufig, ja wohl in den meisten Fällen, und aus den mannigfachsten Gründen bei der inneren Dekoration für die verschiedenen Räume auch verschiedene Stile gewählt werden müssen, da auch die nähere Einrichung, ja selbst die spezielle Bestimmung dereinzelnen Zimmer bei Beginn des Baues oft noch nicht ganz genau feststeht, so wird nur in wenigen Fällen die Dekoration der inneren Räume mit der Außenarchitekturin völlige Harmonie zu bringen sein. Doch muß man wenigstens darauf bedacht sein, den Kontrast zwischen beiden nicht allzu grell hervortreten zu lassen; als vermittelndes Glied kann dann meist das Vestibule od. der Hausflur und Vorsal benutzt werden. Neben einander liegende Räume dürfen, selbst wenn sie in verschiedenen Stilen dekorirt werden, doch keinen unangenehmen, grellen Kontrast bilden. Der zu wählende Stil muß mit der Bestimmung des Raumes in gewissem Zusammenhangstehen, so daß gewissermaßen die A. einen charakteristischen Ausdruck dieser Bestimmung bietet. So kann man ein Boudoir im Rococostil, ein Arbeitszimmer in Frührenaissanee od. gothisch, ein Badezimmer arabisch etc. dekoriren. Ist schon Meublement vorhanden, so richte man sich nach demselben mit der Wahl des Stils für die A., und umgekehrt, wenn das Ameublement nach vollendetem Dekorationsentwurf angeschafft wird, muß es mit dem Stil der Dekoration harmoniren. Die Stellung der wichtigsten größeren Möbel muß bei der A. durch ensprechende Eintheilung der Wände etc. berücksichtigt werden. Von den Oefen gilt dasselbe wie von den Möbeln. Ebenso muß man bei der A. Rücksicht darauf nehmen, ob Bilder und was für welche in den Räumen aufgehängt, Statuen, Büsten etc. aufgestellt werden sollen; s. Bild, Büste etc. Besonders sorgsam strebe man danach, daß die Decke nicht schwer und drückend wirke; dies tritt ein, sobald man die Decke reicher als die Wände dekorirt, selbst wenn die Verzierungen der Decke an sich leichter sindals diean den Wänden. In etwas läßt sich dieser Uebelstand durch eine dunkle Wandfarbe vermindern, ganz aber nie. Auch muß man schon bei Dekorirung der Decke Rücksicht auf die mögliche Wirkung der Möbel nehmen. Es hieße die Aufgabe eines Lexikons weit überschreiten, wenn wir hier detaillirte Anweisungen zum Entwerfen v. Dekorationen geben wollten. Einiges dahin Einschlägige findet sich noch in den Art. Decke, Drapirung, Farbe etc. (As.)