FeedBack-lining
TechnikBau-Lexikon 1881

Back-lining, s., engl., das Futter der Fensterlaibung, die Laibungsverkleidung, Spalettwand. Vackofen, frz. four, m., engl. baking-oven, ital, forno, span. horno, wird in kleinen und großen Wirthschaften in Anwendung gebracht, daher ist auch Anlage u. Konstruktion sehr verschieden; für alle aber gilt Folgendes: Der B. soll möglichst wenig Hitze entweichen lassen, und man muß Hitze und Rauch nach Stärke, Zeit und Ort vollständig beherrschen können. Die einfachen, älteren Backöfen lassen sich nach ihrer Konstruktionsweise in zwei Hauptklassen theilen: a) solche, welche von innen zu heizen sind, z. B. Fig. 320 — 323; p) solche, die von außen geheizt werden, Fig. 324 — 327. Bei der ersten Form hat man zwar Hitze und Rauch nach Ort in seiner Herrschaft, nicht aber nach Zeit; jeder von innen zu heizende Ofen ist nämlich stets zu Anfang der Benutzung am heißesten, kann während des Backens nicht nachgeheizt, während der Heizung nicht zum Backen benutzt werden. Die zweite Form, bei welcher diese Nachtheile allerdings in Wegfall kommen, ist allemal unten wärmer als oben, während man für das Backen von Brotre. wegen des Bräunens die stärkste Wäyme oben wünscht; durch die beweglichen Herde wird dieser Ubelstandetwas vermindert, aber nicht völlig beseitigt. Ein weiteres Erfordernis eines guten B.s ist, daß der Rauch nicht zu heiß abzieht. Der Ofen muß nämlich auf 160 — 250 C. erhitzt werden; da nun bei einem nur periodisch geheizten Ofen die Wandungen sehr viel Wärme absorbiren, so zieht der Rauch bei denselben sehr heiß ab, so daß sich der bei Fig. 324 4 angesetzte Ruß häufig entzündet. Der Wunsch, alle diese Übelstände zu beseitigen, hat zu den manchfaltigsten Konstruktionen Anlaß gegeben. J. Die von innen zu heizenden Backöfen, wie sie gewöhnlich in den mittleren u.kleineren Wirthschaften in Anwendung kommen, Fig. 320 u. 321, sind 42—47 cm. hoch, eine größere Höhe ist nachtheilig. In manchen Landwirthschaften, die viel Flachs zu dörren haben, wird denselben jedoch etwas mehr Höhe gegeben, was aber hier nur als Ausnahme gelten darf, obgleich man sie in der Mark, in Pommern u. Preußen sogar bis zu 1, m.steigert; die Grundform wird gewöhnlich in der Gestalteines Eies hergestellt; die Ueberwölbung ist mindestens 126mi.starku. erhält noch eine verhältnismäßige Auffüllung von Lehm, welche man wohl auch noch mit Ziegeln abdeckt; oben kommen 2—5 Rauchabzugskanäle, Fig. 320 und 321 bund e, welche den Rauch in d. Schornstein führen,9 —21em. weit u. zum Offnen u. Verschließen eingerichtet sind. Das Einschiebe- oder Mundloch erhält eine Breite von etwa 56 em. u. eine Höhe von 20—26 cm. Zur rechten Seite desselben wird eine kleinere Offnung angebracht und in dieser das sogen. Lichtfeuer e unterhalten, um zuweilen in das Innere des Ofens sehen zu können. Zweckmäßig ist es, den Herd auf eine 25—40 em. dicke Lage kleiner, mit sfeinem Sand vermischter Kieselsteine od. Glasscherben zu legen, auf welche erst eine Schicht Mauerziegel und darauf dann die etwa 25 m. im Quadrat großen Herdplatten kommen. Sollen derartige Ofen blos zum Schwarzbrotbacken dienen, so kann man folgende Tabelle benutzen: Neu⸗ Länge Breite Zahl der Brote, à 36 em. Scheffelzahl. des Backofens. Durchm u. 14 em. Höhe. 6 2,10 7½0 36 Stück 2 2 1/½20 12 7. 1 150 790 6 Kreisförmige B. sind blos für kleine Wirthschaften zu empfehlen, weil sie, in größeren Mäßen angelegt, die Übersicht des Innern sowie das Einbringen der Brote bedeutend erschweren. 2. Die verbesserten, von innen zu heizenden sogen. Dampf- oder Farbeöfen kann man eintheilen in a) Zugöfen, s. Fig. 322, bei denen der Rauch an der der Feue-Ofen m.direkt aufsitzendem Schornstein, Fig. 323, bei denen der Rauchan der der Feuerungsthüre entgegengesetzten Seite des Ofens direkt in die Esse geht; nach der Form des Herdes würden sie einzutheilen sein in a. Ofen mit wägrechtem Herd, b. mit stetig aufsteigendem Herd, s. Fig. 322; C. Brustöfen, s. Fig. 323. Bei all diesen B.isteine Brodemklappe (Schwadeneisen, Brasemeisen), Fig. 322 und 323 g, anzubringen, um die kurznach Einbringen der Wären sich entwickelnden Dämpfe entweichen lassen zu können, da sich dieselben sonst in zu reichlichem Mäße niederschlagen u. die richtige Bräunung der Rinde verhindern. „3. Die von innen mit Steinkohlen zu heizenden Ofen, selbst wenn sie mit Rosten, Zuglöchern, Abzugskanälen etc. wohlversehen sind, sind doch nicht zu empfehlen, weil sie, trotz all dieser Vorsichtsmaßregeln, unangenehm i.. sind z. B. die oder ein zwar vor der eigentlichen Backofenthür entzündetes, aber doch den Ofen durchziehendes Feuer erhitzt werden, ungefähr wie bei Fig. 322. 4. Die von außen zu heizenden B., deren einen Fig. 324 im Längendurchschnitt zeigt, während Fig. 325 die Konstruktionsweise der Feuerungszüge im Querschnitt verdeutlicht, haben in der Neuzeit viel Anklang gefunden. Der einzige Uebelstand ist der schwere Abzug des auf dem langen Weg sehr erkaltenden Rauchs, dem man indessen dadurch abhelfen kann, daß man entweder, am Oberende der Züge, da, wo der Zug in den Schornstein mündet, wie bei Fig. 32h, ein kleines Feuer unterhält, oder die Hülfszüge Fig. 324i von der Feuerung direkt nach der Esse anlegt. Soll ein solcher B. permanent geheizt werden, so gebe man ihm dicke Wände und einen ziemlich engen Feuerraum, damit man die Regulirung der Hitze wenigstens einigermaßen in der Gewalt behalte, was bei solchen B. immer schwerer ist als bei den periodisch zu heizenden, denen man dünne Wände und einen ziemlich weiten Feuerraum giebt. Zu letzterer Sorte gehören auch die eisernen B. sowie die von Rolland in Paris erfundenen kreisförmigen B. mit drehbarem eisernen Boden, geschlossener Feuerung u eiserner Decke, über welche das Feuer hinzieht. Ihr Hauptvorzug besteht in der ganz gleichmäßigen Vertheilung der Hitze u. in der Bewegung der Luft, welche ein Anbrennen der Brote von oben unmöglich macht; hingegen brennen die Brote sehr leicht von unten an, wenn man solche B. auf gewöhnliche Art heizt, weil dann das Eisen stellenweise glühend wird. Besser ist daher, sie mit Dampf zu heizen; solche Dampfbacköfen sind zwar in der Anlage etwas kostspielig, in der Bewirthschaftung aber sehr bequem, reinlich und billig; der Dampf strömt aus dem Dampfkessel in Röhren unter dem Fußboden u. rings an der Wandung herum u. erhält auch während des Darinliegens der Brote die Hitze gleichmäßig. Ein Hauptnachtheil der B. mit eisernen Decken ist es, daß der Brodem, der an dem Teig aufsteigt, sich schnell kondensirt, infolge dessen die Backware, bes. Weißgebäck, weder Glanz noch Farbe bekommt. Dampfeinspritzung kann zwar bezüglich des Glanzes helfen, aber nicht bezüglich der Farbe. 5. Kriegsbackofen, Feldbackofen, wird entweder aus Ziegeln gemauert, ähnlich wie Fig. 324, oder über einem Gerippe aus Ruthen in Lehm geformt, ferner aus eisernen Bügeln mit Ziegelwölbung, ca. 4m.lang, 1, bis 2, m. breit. Die eisernen Bügel sowie sonstiges Zubehör werden auf Wagen mitgeführt. DieEisentheile eines solchen Ofens wiegen 1350 —2000 Kg. 2.) 6. Kuppelöfen kommen am häufigsten auf dem Lande in den Ostseegegenden vor und sind wegen ihrer Nebenver-⸗ wendung zum Flachsdarren sehr hoch gewölbt; daher lassen sie sich schwer heizen und verbrauchen viel Heizmaterial. Das Gewölbe ist bienenstockförmig u. hat mindestens / der Breite zur Höhe, der Herd ist kreisförmig; Rauchabzugskanäle sind nicht angebracht, sondern der Rauch muß durch das Mundloch nach dem Schornstein gehen; der Herd ist nach hinten zu etwas ansteigend gelegt. 7. Der B. nach dem Schema Lange's in Altona, Fig. 326 u. 327, ist für Brot nicht, sondern blos zum Bakken von Schiffszwiebackzu gebrauchen, indem die denselben in mehreren Reihen durchziehenden thönernen oder gußeisernen Heizröhren Kzum Brotbacken denn doch nicht genügend schnelle Hitze geben. Die Heizung geschieht von der Seite, der Ofen ist ganz aus Ziegeln konstruirt. Die Böden 1 für das Auflegen der zu backenden Wären bestehen aus Drahtgewebe od. Ketten, deren Glieder aus schmalen Platten könstruirt sind, und laufen auf Walzen m. 8. Die Ofen von Lausan in Brüssel u. von Anacker haben sich nicht bewährt, ebensowenig die fours arothermes von Jametel und Lamarre. 9. Aus bisherigen Erfahrungen lassen sich folgende Grundsätze zusammenstellen: Die im Grundriß rechtwinkligen, flachgewölbten B., gewöhnlich 1½mal so lang als breit, enthalten meist todte Winkel; jedenfalls ist die unter ! beschriebene die beste Grundform. Die steigenden Hĩérde haben das Gute, daß man die Brote leichter übersehen kann u. das Feuer schneller nach hinten zieht; auch ist die Reinigung leichter, aber in dem frisch hineingesetzten Brotteig etc. wird sich bei sehr ansteigendem Hérd die Feuchtigkeit leicht nach einer Seite ziehen und muß daher die Steigung sehr gering sein, höchstens gleich ½ der Länge. Das beste Material zum Herd sind breite Ziegelplatten, sogen. Bäckerziegel; diese Herdsteine dürfen nicht mit den Seitenmauern verbunden werden, damit man sie, wenn sie abgenutzt sind, herausnehmen und durch neue ersetzen kann. Man kann auch den Herd aus Lehm oder Thon schlagen, der sich dann während des Gebrauchs festbrennt, aber nicht so reinlich ist wie die Backsteine. Zu dem mindestens 20 em. stark zu konstruirenden Gewölbe kann man ebenfalls Lehmziegel verwenden, wenn sie dicht genug gestrichen sind, um den Schub auszuhalten. Die Anfänge derRauchkanäle müssen möglichst nahe dem Herd angebracht sein; das vollendete Gewölbe überziehe man mit Lehm, unter den Kohlenklein gemengt ist; zur Ausfülle unter dem Herd ist Folgendes zu empfehlen; Kies und kleine Schmiedeschlacken, dann 10 em. Kohlenklein (Kohllösche) oder ausgelaugte Asche, darauf 5 em. hoch feiner Sand, darauf das Herdpflaster. Die Feuersicherheit der übrigen Gebäudetheile verlangt große Sorgfalt bei Ausführung der B.; indessen ist es nicht nöthig, sie in großer Entfernung von anderen Gebäuden anzulegen, ja man findet sie sogar oft in die Wohnstube hineingebaut, so daß die etwa entweichende Wärme zur Heizung dient.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 215Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 11

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6