FeedBrauofen
Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Brauofen, n., frz. four m. à brasser, engl. brewingoven, Ofen unter der Braupfanne. Er muß bequem für die Arbeiter liegen, das Wasser schnell, mit möglichst wenig Holz wärmen und der Braupfanne wenig schaden. Der Maischbottich muß in seiner unmittelbaren Nähe stehen; der Ofen kann einige em. höher sein als die Bottiche, damit das Wasser aus der auf dem Ofen stehenden Pfanne bequem in den Bottich ablaufen kann; für Holzfeuer rechnet man 45—50 em. vom Rost bis zum Pfannenboden u. macht den Feuerraum nach unten zu konisch, so daß der Rost vielleicht /½ ½½ der Kesselbreite hat; das Feuer zieht sich im Kanal an den Seiten des Kessels hin u. tritt am hintern Ende in einen zweiten kleinen Ofen, wo es in Zügen hin u. her geleitet wird unter dem Boden einer kleineren u. schwächeren Pfanne, in welcher Wasser zum Nachfüllen der großen Pfanne durch die sonst verloren gehende Hitze vorgewärmt wird. Die sehr verschiedenen Konstruktionsweisen für diese Oefen einzeln aufzuzählen, würde hier zu weit führen. engl. brewer's copper, großes viereckiges od. rundes Gefäß von starkem Kupferblech, so in den Brauofen eingemauert, daß unter demselben gefeuert u. es beim Reinigen herausgenommen werden kann; es wird meist u. am vortheilhaftesten eine flache Form der Pfanne angewendet, da sich die Würze in der flachen eher erhitzt. Die B.muß ihreigenes Fundament haben; ihr Kubikinhalt ist 1½ des Inhalts der zu brauenden Menge Bier, wovon man 4 1. pro hl. des nöthigen Malzes abzieht. Man nimmt am besten ½ der Länge zur Breite und ½ der Breite zur Höhe, macht aber die Pfanne nicht gern über 0,¾½ m. hoch. Die Stärke des Kupfers nimmt man meist an wie folgt: zu den Böden mindestens 30—65 Kg. pro qm., zu den Wänden 18—30 kg. pro qm. Die oberen Ränder macht man 12—14 em. breit; s. übr. d. Art. Kessel. Seno.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 470Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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