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TechnikBau-Lexikon 1881

Brennmaterial, n., s. Brennstoff. Orennofen, m., frz. fournaisé, f., four, mengl. burning-oven, kiln. 1. Ziegelbrennofen, frz. four m. briques, engl. brick-kiln. — a) B. alter Konstruktion. Die 10—1,% m. starken Wände sind aus Luftziegeln oder Wellerwerk aufgeführt u. manchmal überwölbt; sie bilden gewöhnlich im Grundriß ein Rechteck, nach oben werden sie enger, der innere lichte Raum bildet ein abgestumpftes Vierkant. Die 1½ — 1½% m. von einander entfernten Feuerkanäle, Feuerzüge, Feuer- oder Schürgassen gehen nach der Breite des B.s, welche mindestens 3,4% m. beträgt. Bei größerer Breite (höchstens bis 7 m.) gehen die Schürgassen auf beiden Ofenhäuptern (langen Seiten) aus und wird also auf beiden Seiten zugleich geschürt. Dadurch werden gewissermaßen mehrere Oefen ohne Scheidewände in gemeinschaftlicher Umfassung zueinem Ofen verwandelt u. die Hitze, die die Scheidewände in sich aufnehmen würden, besser benutzt. Die 0,83h,„833³ m. breiten Schürgassen stehen auf Rosten, wenn es der Heizstoff erfordert; darunter ist das Zug- und Aschenloch. Aufgemauerte, 0, bis 1½% m. breite Erhöhungen, auch Bänke genannt, stehen zwischen den Gassen, halb so breit sind die Ort- od. Seitenbänke. Die Höhe der Oefen ist gleich der Breite durch die Feuerungswirkung bestimmt und beträgt in überwölbten Oefen 4—4,50 m. bei Holzfeuerung, 2½25 —2,5% m. bei Steinkohlenfeuerung etc., während in nicht überwölbten Oefen mit Erde, Lehm, Rasen etc. der Einsatz gewöhnlich in der Höhe von einem Schuh überdeckt wird. Es ist aber unstreitig dann vortheilhafter, den Ofen höher anzulegen u. die nach oben ziehende Hitze für weniger scharf zu brennende Schlotsteine u. zweimal einzusetzende Gegenstände zu benutzen; zuweilen dienen die Zuglöcher in den Wänden, auch in der Decke, durch Oeffnen u. Schließen derselben zur Leitung der Hitze. Diese Zuglöcher sind 20—28 em lang, 10—14 em. breit u. ihre Anzahl verschieden; 30 in 4 bis 5Reihen haben mittlere Oefen. b) Die vielen neuen Konstruktionsweisen bezwecken hauptsächlich eine bessere Ausnutzung des Brennmaterials dadurch, daß man die Feuerungsgase zwingt, nachdem sie nach dem Scheitel des gewölbten Ofens emporgestiegen sind, durch die eingesetzten Ziegel hindurch wieder nach dem Boden des B.s, und von da durch einen Hauptkanal Vach der Esse abzuziehen. In Fig. 842 11 A die Da u. B, kleine Oeffnungen von 10 2 Sohle le des B.s, welche durch kleine Kanäle 22 dem Handianal I in Verbindung stehen. Die zweckmäßigsten Dimensionen eines B.s, der an jeder Seite 2—3 Feuerungen für Kohlen hat, sind folgende: 6.5 m. lang, 4 m. breit und 33 m. hoch, welcher Raum einem Ersatzquantum von ca. 20 000 Stück Mauerziegeln entspricht. Ueber den Brennmaterialverbrauch hierbei s. d. Art. Brennstoffe. Einige der neuesten Konstruktionen werden im Art. Ziegelofen (s. d.) behandelt. Ueber die Handhabung der Brennöfen und das Verfahren beim Brennen s. d. Art. Ziegelfabrikation. — 2. Brennofen für Kalk, s.d. Art. Kalkof 3. Metallbrennofen, auch Röstofen, Kalzinirofen, frz. kournéeau à caleiner, engl. calcining-furnace, calciner, s. d. Art. Röstofen etc.; der Metall-B. steht in der Brennhütte (s. d.). Bei doppelten Brennöfen ist ein Feuerherd zwischen zwei Röstherden. Stehen in einer Brennhütte mehrere Oefen, so können 3 eine Esse haben. — 4. Brennofen zum Feinbrennen des Silbers, hat ein Gebläse u. gleicht einer Schmiedeesse; soll das Silber unter einer Muffel feingebrannt werden, so ist der dazu nöthige Ofen halbrund, nach oben etwas verengt. Nachdem Test u. Muffel eingesetzt ist, wird die vordere Seite mit losen Steinen zugesetzt u. nur eine Oeffnung zum Eintragen des Silbers und Bleies gelassen. — 5. Brennofen für Messing, Brumofen; diese werden meist in größerer Anzahl neben einander in einer Hütte angelegt, und zwar in der Erde, so daß die Decke (Krone) nureinige emüberdie Erde hervorragt; sie werden aus Steinen konstruirt, welche aus Tiegelthon gestrichen sind. Jeder derselben ist so groß, daß 6—7 Schmelztiegel, welche e mit Kohlensberschüttet werden, auf dem Herd stehen können. An der Vorderseite des B. Sbefindetsich eine Grube, um zur Oeffnung des Ofens u. zum Aschenfall gelangen zu können. — 6. Brennofen zum über dem Feuerherd liegt ein starker eiserner Rost, auf welchen die Brennkästen gesetzt werden. Der B. ist oben durch ein Gewölbe verschlossen, in welchem Zuglöcher angebracht sind. — 7 e für Töpferwären, ist 3, — 35 mu. lan, 45 — 2 m. breit, 3, bis 3, m. hoch; wird durch eine Quermauer in zwei Theile getheilt; der kleinere, ,35 m. tiefe, dient zur Feuerung; deshalb ist seine Außenwand mit einem größeren und zwei kleineren Schürlöchern versehen. In die größere Abtheilung, den eigentlichen Ofen, führt eine Thür, um die Wäre einzusetzen; sobald dies geschehen, wird die Thür zugemauert. Die Zwischenmauer hat mehrere Löcher, durch welche die Flamme und die Glut in den größeren Raum überschlägt. — 8. Brennofen für Porzellan, s. Porzellanofe 5 nfür Spodium, s. Spodiumbrennofen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 477Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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