Baptisterium, n., lat., vom griech. Eνεrιννn In dem vorchristlichen Bauwesen. — 1. Ursprüng so der Theil der griech. Bäder, wo warm gebadet also das Warmbadbassin, die Badewanne. — 2.“ mer nannten baptistérium, natatio, piscina, Schwimmübungen bestimmtes Bassin, gewöhnli und überbaut; in einigen römischen Thermen, z. X Villa des Hadrian in Tivoli, in Pompejietc., sind1 Ruinen solcher Baptisterien erhalten; s. d. Art.! II. In derschristl. Kunst. Baptisterinm, n., frz. bap m., engl. baptistéry, lat. baptisterium, auch au tismatis, ecelesia baptismalis, lumatum, colym griech. οάσνννονν πνονμαρορσα (in Beziehung auf 2—15)genannt, Taufkapelle, Taufkirche, Taufstätt rend der ersten Christenverfolgungen wurden die ebenso wie alle anderen gottesdienstlichen Handlune im Geheimen, meist in Katakomben, begangen. J Katakomben nun sind uns nur wenige Taufstätten ei kleine kapellenartige Ausweitungen der Grabstät einem Quell, zu welchem Stufen hinaufführen, un Wandgemälde, die Taufe Christi darstellend. Der die Annahme keineswegs unglaublich, daß sich di über den Todten zu taufen, noch längere Zeiterhalte bes. da einige von den erhaltenen Taufstätten bei de bern aus dem 5. Jahrhundert zu sein scheinen. nächst nach Konstantins Uebertritt zum Christentl bauten Baptisterien sind größtentheils rund, mit ei wölbten Umgang, der durch Säulen von der Mitte getrennt ist, unter welcher ein großes vertieftes Baf brum, lavacrum, colymbethra, fons baptismi, P sich befindet, über welchem häufig eine goldene od. Taube hing. Die Taufe der ältesten Christen gesche völliges Untertauchen, oft an vielen Personen zu Zeit und meist nur an Erwachsenen, bes. feierlich Vigilien von Ostern und Pfingsten, daher die groß sins mit Umgang, die Aehnlichkeit mit Schwimn (s oben unter I.), von denen auch der Name gen ward. Die Bischöfe hatten selbst die Aufsicht über d fen zu führen; dadurch kam man dahin, die Bapt in unmittelbarer Nähe der Kathedralen zu erbaue genauer Betrachtung weicht freilich die Form dera berhausmen vielfach ab; nur so weit das praktische Bedürfnis ein ehörigen gleiches war, war baptis- lich; aber man ver-SI½. J. ja schon im 4. Jahrglich hieß hundert gemäß der t wurde, Heiligkeit des Aktes. Die Rö- In der Regel sind „ein zu sie von da an achtich rund eckig, selten rund, B. in der noch seltener vieruns noch eckig; meist stehen Bad. — sie auf der Nordseite otistère, der Kirche, s. Fig. ula bap-146, oder auch wohl wethra, westlich, sehr selten, Joh. V. wie in Trier, südte.Wäh-⸗lich von der Kirche; »Taufen fast immer aber Fig. 427. Baptisterium in Nocera dei Pagani. igen sehr mit derselben auf In jenen gemeinschaftlichem Vorhof, selten mit besonderem Hof ver½ sehen, od. auch wohl miteinem dcera dei Pagani. pel des Gebäudes wird bei erhalten. Mauer, bei größeren v. Sod. mehr Säulen u. Bogen getratten mitgen, hinter denen sich ein Seitenschiff ringsum zieht. In ud einem manchen ist dann, wie in dem 430 erbauten B. der ecclesia nnoch ist Ursiana zu Ravenna, ein bes. Stand für die Ministri u. ie Sitte, Pathen bezeichnet. In die 8SSeiten der Umfassungsmauer ten habe, sind oft auch noch 8Nischen eingelegt, die auch wohl anStelle den Grä-W des Seitenschiffes eintreten, wie in Novara; bei kleineren Die zu-Baptisterien ist oft blos für den Altar eine Apsis angelegt. thum er-Die Konstruktion u. Gruppirung des Innern spricht sich inem ge-an dem in der Regel sehr einfach gehaltenen Aeußeren denelkuppel noch vollständig aus; die Kuppel jedoch war selten äußerissin (la-lich sichtbar, vielmehr durch ein Zeltdach, tegmen turripiscina) tum, zugleich bedeckt und angedeutet, wie z. B. an dem B. silberne zu Nocera dei Pagani, Fig. 426 und 427, welches dem ah durch 7. Jahrhundert zugeschrieben wird. Die Altarapsis scheint gleicher später zu sein. Die Säulchen, welche auf der Brüstung des han den Bassins stehen, trugen ein Tabernakel. Dieser Typus blieb zen Bas-durch viele Jahrhunderte derselbe, nur die architektonischen mteichen Formen veränderten sich nach dem jedesmal herrschenden nommen Stil, die Dekoration war bald reicher, bald einfacher; die Tau-statt des einen Bassins wurden hier und da 2 für die Getisterien schlechter gesonderte Wasserbehälter angebracht; auch die en. Bei Stellung des B. zur Hauptkirche mußte sich hier und da Altchrist⸗(nach lokalen Verhältnissen richten, aber an den hauptsächlichsten Bestandtheilen änderte sich nichts, als daß das große Bassin allmählich kleiner wurde und nicht mehr so vertieft lag. Der Fußboden desselben wurde mit dem umgebenden gleich, es erhielt eine Brüstung und meist noch immer einen besonderen tabernakelartigen Ueberbau, von dessen Kuppel ein Ciborium in Gestalt einer Taube herab— hing. Noch im 9. Jahrh. wurde aus dem Badstein ein Taufstein (s. d.); damit aber war dem ganzen Dasein der Baptisterien ein Stoß gegeben. Noch fristeten sie zwar ihr Leben; noch wurden, selbst in Deutschland, vielfach runde und polygone Taufkapellen neben die größeren Kirchen gesetzt, die uns auch noch hier und da erhalten sind; aber schon im 10. Jahrh. begann man in Deutschland die Taufsteine in die Kirche selbst, und zwar nach kirchlicher Vorschrift auf die Evangelienseite, in der Nähe des nördlichen Einganges, zu setzen, umschloß aber meist den Taufstein entweder durch ein Tabernakel auf Säulen, oder doch mindestens durch hohe Gitter. Nur in Italien blieb man der alten Sitte noch lange treu, und noch aus dem 15. Jahrh. giebt es Baptisterien in Italien, welche ganz die alte Disposition haben und nur in der stilistischen Durchbildung eine Abänderung zeigen. Während die Katholiken seit dem Mittelalter noch jene Vorschrift befolgen, hat man in der evangelischen Kirche erst in allerneuester Zeit angefangen, der Stellung des Taufsteins, der seit dem 16. Jahrh. geradezu als bloßes Kirchenmöbel betrachtet worden war, wieder Aufmerksamkeit zu schenken und ihn mit der Würde zu behandeln, die ihm als Werkzeug zu Ausübung eines Sakraments zukommt. Zu einer festen Norm aber, zu einer endgültigen Meinung über den ihm anzuweisenden Platz hat man noch nicht kommen können. Einige wollen ihn wieder in ein besonderes, einzeln stehendes B. placiren, Andere befürworten seine Aufstellung in einer Kapelle zur linken Seite des westlichen Haupteingangs, noch Andere wollen ihn auf den Altarplatz zwischen Gemeinde und Altar stellen. Semper schlug vor, ihn ganz auf die Ostseite der Kirche hinter den Altar zu stellen, erstens weil er da den Blick nach dem Altar nicht stört, zweitens aber und hauptsächlich aus symbolischen Gründen: im Osten bricht der Tag an, bei Anbruch des Lebenstages wird das Kind getauft. Ueber die einzelnen Gestaltungen der Baptisterien s. übr. die die einzelnen Stile betr. Artikel. MS.)