FeedBaptisterium
ReligionBrockhaus 1882

Baptisterium oder Taufhaus heißt seit dem 4. Jahrh. ein Gebäude, in welchem der Taufakt vollzogen wurde. Vor der Zeit Konstantins gab es keine eigenen Taufhäuser; man taufte in Flüssen, Bächen und Quellen. Die Baptisterien waren ümneitdurc getrennt von den Kirchen, doch mit diesen meist durch einen bedeckten Gang verbunden. Anfänglich fanden sie sich, da nur die H. taufen durften, nur bei den Kathedralen. Gewöhnlich war ihre Grundform rund oder achteckig, wie auch die namentlich in Italien noch erhaltenen Bauwerke dieser Art (zu Parma, Pisa, Ravenna, Florenz u. s. w.) beweisen. 1— der Mitte der regelmäßig Johannes dem Täufer gewidmeten Taufhäuser befand sich das Wasserbassin, dessen Stelle seit dem 9. Jahrh. der Taufstein ö trat. Die Baptisterien waren sehr umfänglich, weil wegen der seltenen Taufzeiten (anfangs nur zu Ostern und Pfingsten) eine Menge Täuflinge zusammenkamen. 3 13. Jahrh. erhielten alle Kirchen das Taufrecht. Seitdem wurde der Taufort in den Eingang der Kirche und endlich in die Kirche selbst verlegt. ronet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 460Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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