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BaukunstBau-Lexikon 1881

Bassin, m., frz., im Deutschen n., engl. pasin, bason, ital. bacino, 1. Becken, in der Regel mit Wasserbehälter (s.d.)identisch, bes: a) verzierter Wasserbehälter. Die Wahl der Form selbst sowie der Verzierungen hängt natürlich von Stellung, speziellem Zweck und der Beziehung ab, in der ein B. zu seinen Umgebungen, resp. zu einem Gebäude steht, wodurch sich auch die Wahl des Stils bestimmt. Die Konstruktion ist ebenfalls sehr verschieden u. richtet sich bes nach dem zu Gebote stehenden Material. Kann man das B. als Monolith (s. d.) herstellen, so braucht man eben nur durch eine Tränkung mit Oel, einen Anstrich od. dergl. den Stein wasserdicht zu machen; muß man es aus mehreren Platten zusammensetzen, so thut man gut, dieselben nicht stumpf, sondern in Falz oder Nuth zusammenzustoßen, muß aber dann sowohl die Plattenflächen durch Tränkung oder Anstrich, als die Fugen durch Verkittung wasserdicht herstellen. Am meisten Sorgfalt erfordern die gemauerten Bassineinfassungen, frz. falère, m.j engl. falere; am leichtesten zu erreichen ist die Dichtung bei Metall und Holz. Ueber alles dies finden sich verschiedene Vorschriften in den Artikeln Anstrich, Asphalt, Cement, hydraulischer Kalk, Kessel, Mörtel, Reservoir, Wasserbehälter etc. Die Franzosen unterscheiden bei Gartenwasserkünsten b. de fontaine, Brunnenschale, b. de décharge, Sammelbecken für das von den Wasserkünsten als überflüssig ablaufende Wasser, b. en coquille, en vase ete. nach der Form. b) Bis für Oel und ähnliche Flüssigkeiten sind noch weit schwerer zu dichten als Wasser-B.s; s. d. Art. Oelbehälter. e) Bs für Laugen, selbst für siedende, kann man dadurch dicht, d. h. für die Lauge unangreifbar, herstellen, daß man sie mit Platten von Schwerspat (vergl. d. Art. Baryterdesalze) auskleidet. Als Kitt für die Fugen dient 1 Theil Kautschuk mit 2 Theilen Terpentinöl digerirt; sobald die Auflösung gleichmäßig ist, werden 4Theile Schwerspatpulver zugesetzt. — 2. B. d'un port, der Binnenhafen, das Hafenbecken, Dock; b. de construction, das Werftdock, die Kumme. — 3. B. d'une balance, die Wägschale. — 4. (Maur.) ringförmiger Haufen von Sand, Kalk oder Mörtel, als Ersatz eines Kastens zum Anmachen des Mörtels dienend. — 5. (Wasserb.) b. fluviatile, Flußgebiet; b. de partage, Wasserscheide beim Kanalbau. — 6. b. & laver, metallenes Waschbecken.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 274Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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