FeedBenzol
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Benzol, Benzin, n., Pheuylwasserstoff, franz. hydrure de phenyle, benzole, benzine, f., engl. benzole, benzine, ein flüssiger, sehr flüchtiger und leicht brennbarer Kohlenwasserstoff (C12 H), der sich durch Erhitzen von Benzocsäure mit Kalkhydrat herstellen läßt, aber im allgemeinen bei vielen Zersetzungen organischer Körper, besond. in der Hitze entsteht, so z. B. bei trockener Destillation der Steinkohlen, und findet sich daher in dem flüchtigeren Theil des Steinkohlentheers. Das Benzin siedet bei 80e und brennt mit leuchtender, rußender Flamme. Ein Gemenge von 1 Theil Benzin mit 2 Theilen Spiritus giebt beim Verbrennen in Lampen ein schönes Licht. Läßt man gewöhnliches Leuchtgas vor dem Anzünden durch etwas Benzin streichen, so wird eine kleine Menge Benzindampf mit dem Gas fortgeführt u. die Leuchtkrast des Gases kann dadurch bedeutend verstärkt werden. Schlechtes Leuchtgas läßt sich mit geringen Kosten auf diese Weise verbessern. Neuerdings gewinnt man aber auch das B. aus dem Steinkohlenleuchtgas selbst, welches eine beträchtliche Quantität davon mit sich führt, indem man das Gas durch gewisse flüchtige oder fette Oele leitet, in denen das B. sich auflöst, worauf man es durch fraktionirte Destillation abscheidet. Auch durch Destillation von rohem Petroleum wird B. gewonnen. Es dient als Basis der Anilinfarbenfabrikation u. giebt ein treffliches Lösungsmittel für Fettstoffe ab, so daß es als Mittel gegen Fettflecken gut zu gebrauchen ist. Scao.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 339Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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