Belagerungsarbeiten, f., Angriffsarbeiten (Kriegsb.), sind alle fortifikatorischen Arbeiten von der ersten Einschließung eines Platzes — Berennung — bis zum Fall desselben. Sie bestehen der Reihe nach in folgenden: 1. Errichtung des Hauptdepots für Artillerie- und Genietruppen außer dem Bereich des feindlichen Feuers (6—8000 Schritt), bei KRin Fig. 504 der Uebersichtlichkeit wegen ganz nahe hinter die erste Parallele gesetzt, während sie in der That viel weiter zurück liegen. 2. Aushebung der 1. Parallele, d. i. ein Graben von 6, m. oberer, 2,3 m. unterer Breite und 1, —1½ m. Tiefe mit einer nach der Festung zu aufgeworfenen Brustwehr, der sich ca. 1000— 1200 Schritt vom Glacisfuß entfernt um die Angriffsfront u. theilweise auch um die Collateralfronten herumzieht, FG in Fig. 504. In ihm und ca. 1000 —1500 Schritt hinter ihm werden 3. die ersten Belagerungsbatterien, d f. etc., Enfilir⸗, Demontir-⸗, indirekte Bresch- und Contrebatterien sowie Mörser, endlich auch 5. Aushebu Ausfälle errichtet. Als (zur 2. Parall und ihre nach den Tage mit der Kommunikationsgräben, sowie die bei Nacht mitd Nacht zu beenden. Auf erreichen könne Batterien“ ihr Feuer. 7. die 3. Pa Zwischendepots, Bombenmagazine parallele NO weiteren Angriff. 8. Von der llele) unter dem Schutz der Batterien. Bei völligen Sappe oder Erdwalze, Fig. 508, der flüchtigen Sappe, Fig. 506, oder der ge— „Fig. 507 (s. d. Art. Sappe). Diese Approleist in den verlängerten Kapitalen, Wein angegriffenen Werke und werden im Zick— Damit sie nicht von den Festungswerken aus n können. Es sind Gräben von 3,3 m. oberer, Breite u. 1½ —1½ m. Tiefe mit Brustwehr ing zu. 500 Schritt vom Glacisfuß wird analog der allele ELausgehoben, und ein Theil der rien“ in sie verlegt. Diese Batterien setzen er Nähe ihr Zerstörungswerk fort, vollenden »Breschen u. halten das Festungsgeschütz im die Approchen nach und nach den Glacisfuß en, wo dann arallele MPeangelegt wird. Nach Umstänzwischen die 2.u.3. Parallele noch eine Halban. 3. Parallele wird das Glacis hierauf mit der Würfel⸗, Fig. 509, der Schlangensappe, Fig. 510, od. der Traversensappe sappirt, s. Fig. 505, u. auf dem Kamm des Glaeis eine neue Parallele, die Krönung des Glaeis, tet Fig. 505, mittels der Traversen-- (hier speziell Krö nungssappe gen.) angelegt. 9. Von hier aus wird der Grabenniedergang mittels der bedeckten Sappe od. einer großen Minengalerie (Descentengalerie, s. Fig. 511) bewerkstelligt, dann über den Graben bei XX Fig. 505 bis an den Fuß der Bresche ace hinwegsappirt, s. Fig. 511, bez. bei nassen Gräben ein Damm mit Brustwehr über den Graben anges chüttet. Hierauf ersolgt der Sturm der Bresche. — Sind Abschnitte IIIoder Waffenplätze, ABO, Fig.505, in dem angegriffenen Werke vorhanden, so muß man sich in dem eroberten Theil festsetzen — logiren — indem man Brustwehren gegen das Fig. 508. Völlige Sappe oder Erdwalze. sappe. sappe. Innere der Festung aufwirft, und greift von hier aus den Abschnitt an. In der Regel müssen hierzu in dem Logement Breschbatterien errichtet werden, wie in Fig. 505. Diese Belagerungsarbeiten werden häufig durch Ausfälle der Festungsbesatzung unterbrochen, denen die in den Parallelen liegenden Laufgrabenreserven u. rückwärtige Reserven, sowie die neben den Belagerungsbatterien plaeirten Feldgeschütze entgegentreten. Besitzt die angegriffene Festung ein Minensystem, so beginnt, meist von der 3. Parallele an, der äußerst zeitraubende und schwierige Minenkrieg, durch welchen der Contremineur — Vertheidigungsmineur — aus allen seinen Galerien vertrieben werden muß, ehe man zum Couronnement, beziehentlich zum Grabenniedergang übergehen kann. Sehr oft setzt sich auch der Minenkrieg, bei abschnittsweiser Vertheidigung, vor den er wieder fort. Pκ. ö