Batterie, f., frz. batteérie, f., engl. battery, ital. batteria, span. bateria, f., der Stückwall. J. (Kriegsb.) Unter B. versteht man, abgesehen von der taktischen Einheit der Feldartillerie, irgendwelche Befestigungsanlagezum Schutzeiner Geschützaufstellung. Die Anlage solcher Befestigungen setzt meist voraus, daß die Aufstellung d. Geschütze längere Zeit eine u. dieselbe bleibt. Diese Fälle treten ein bei Angriff u. Vertheidigung fester Plätze od. bei Vertheidigung der Küsten. Demnach unterscheidetman Angriffs-B., frz. b. dèe siége, b. d'attaque, engl. besieging b., Vertheidigungs-B., frz. b. de défense, u. Küsten- od. Strand-B., b. de cote, engl. coast-b., Iand-b., shore-b., sea-b. Es giebt aber auch B.n, bei welchen das Deckungsmittel mit den Geschützen seinen Standort wechseln kann, z. B.schwimmende B., frz. b. flottante, engl. floating b., bespannte, d. hreitende od. fahrende B., frz. b. attelée, montée. A. Angriffs- oder Belagerungsbatterien, Man unterscheidet: a) Ihrem speziellen Zweck nach: 1. Enfilir-B., bestreichende, flankirende B., franz. b. d'enfilade, b. en rouage, engl. raking b., u. Rikoschett-B., frz. b. ALricochet, engl. ricochet b.; sie bestreichen die Linien von Festungswerken oder ganze Festungsfronten. 2. Demontir-B., frz. b. de plein fouet, engl. direct gun-b., um die Vertheidigungsmittel — Geschütze re. — und Deckungsmittel —Brustwehr, Traversen, bedeckte Geschützstände re. — angegriffener Festungsfronten zu zerstören. 3. Bresch-B., frz. b. de brèche, engl. bréaching b., um die Sturmfreiheit der angegriffenen Werke an irgend einem Punkt zu vernichten, d. h. das Mauerwerk der Escarpen, anliegender oder freistehender, zum Einsturz zu bringen, eine Bresche zu erzeugen. Sie heißen direkte, wenn das Ziel von der B. aus gesehen werden kann; indirekte, wenn vorliegende Befestigungswerke das Ziel verdecken. 4. Contre-Ban, fr. contre-b. engl. counter-b. sollen die Flankirungsanlagen der angegriffenen Festungsfronten bekämpfen u. werden wie die Bresch-Ban in direkte und indirekte eingetheilt. 5. Mörser-oder Wurf-Bin sind solche, in denen nur glatte oder gezogene Mörser aufgestellt werden, um durch Vertikalfeuer die bombensicheren Räume der Angriffsfronten zu zerstören. 6. Bombardements-Bin sind solche Angriffsb.n, welche durch Wurffeuer, Vertheidigungs- und Deckungsmittel die Festung zerstören sollen, bes. aber gegen die militärischen Etablissements des Platzes —Zeughäuser, Kasernen, Magazine — gerichtet sind. b) Nach der Lage der Batteriesohle im Verhältnis zum Bauhorizont: 1. Erhöhte Bin, frz. b. Elevée, engl. cavalier-b.; die Geschützbettungen liegen höher als der Bauhorizont. 2. Horizontale Bin, frz. b. de niveau, engl. levelled b.; die Geschützbettungen liegen im Bauhorizont. 3. Versenkte Ban, frz. b. entérrée, engl. sunken b.; die Geschützbettungen liegen unter dem Bauhorizont. Liegen infolge eigenthümlicher Terraingestaltungen, z. B. in felsigem oder bergigem Terrain, die Geschütze einer B. in 2 od. mehreren Gruppen in verschiedenen Niveauhöhen, so nennt man diese Art auch Etagen-od. Stockwerks-B. c) Nach der Art der Aufstellung der Geschütze hinter der Brustwehr 1. Bank-B.n — Barbette-Bin; die Geschütze feuern über Bank. 2. Scharten-Bin, die Geschütze feuern durch Scharten. 3. In sehr exponirten Bin werden mitunter die Geschütze einzeln oder pärweise in granatsichere Unterstände gestellt, u. derartige Bin heißen bedeckte oder überbaute B., frz. batterie blindée, engl. blinded b. d) Nach der Konstruktionsweise. 1. Erd-Bi.n. 2. Gemauerte Bn, sehr selten. 3. Sandsack-Bin. Bei felsigem Untergrund, wo die zu Herstellung der Brustwehr nöthige Erde mangelt, ist man zu Verwendung der Sandsäcke als Baumaterial gezwungen. B. Die vertheidigungs-Batterien zerfallen ihrer Konstruktion nach in 2 Hauptklassen: a) Offene B.n. Sie liegen meist auf dem Hauptwall als offene Wall-Bi.n, und sind entweder Bank- oder Schartenbatterien. Zu besserer Deckung der Geschütze werden bei letzteren zuweilen hinter den Erdscharten noch Eisenschilde mit Scharten aufgestellt, oder jedes Geschützemplacement ist um seine ganze Länge in die Brustwehr eingeschnitten, so daß diese mit ihrem inneren Theile traversenartig zwischen den Geschützen stehen bleibt — Batteries tranchées. b) Kasemattirte Bin. Sie liegen 1. auf dem Wall — kasemattirte Wall-Bin (s. Fig. 469); 2. in den Es-Fig. 469. Profil einer kasemattirten Wallbatterie. carpen, Contreescarpen, Caponnièren etc.; 3. neuerdings werden die Stirnmauern der kasemattirten Bin häufig durch vorgelegte Erdbrustwehren gedeckt, maskirt — Ben à la Haxo — oder 4. die Scharten werden mit Eisenplatten armirt — od. 5. die ganze Kasemattenstirn aus Eisen6. liegt eine kasemattirte Wallbatterie im Saillant eines Werkes, so heißt sie auch Bonnet-B. e) Unter Flanken-Bin versteht man sämtliche zur Grabenbestreichung bestimmte Ben; sie werden auch Revers-Bin gen., sobald sie in der Contreescarpe eines Saillants oder in der dem Feind abgewendeten Escarpe eines Orillons liegen. d) Die Küsten- od. Strand-Bin zur Vertheidigung der Küsten, Hafeneinfahrten etc. sind im allgemeinen wie die Vertheidigungs-Bin — offen oder kasemattirt — konstruirt und unterscheiden sich von diesen nur durch stärkere Deckungen, da die Kaliber der Schiffsgeschütze größer als die der Belagerungsgeschütze sind. Eine meist zur Küstenvertheidigung angewendete, von der bisher beschriebenen abweichende Art sind die Bin à 1a Moncrieff, d. h. solche, deren Geschütze auf Moncrieff-Lafetten ruhen. Diese Lafetten heben das Rohr zum Feuern über die 3—3, m. hohe Brustwehr, nach dem Schuß sinkt es aber sofort in eine tiefe Lage zum Laden und Richten zurück. Die Geschützemplacements sind rings von der Brustwehr eingeschlossen und haben nur einen ca. 2, m. breiten Ausgang nach rückwärts. O. Fahrende Panzerbatterien bestehen aus Geschützen, die in gepanzerten Eisenbahnwagen auf Gürtelbahnen, Walleisenbahnen, Strandeisenbahnen verwendet werden. Der obere Theil des Wagens ist um eine vertikale Achse drehbar, um ein möglichst großes Schußfeld zu erreichen. Mehrere solche Wagen bilden eine B. die durch eine Lokomotive in Position gefahren wird. D. Schwimmende pauzerbatterien sind flachbordige, gepanzerte Fahrzeuge, mit schweren Geschützen armirt, ohne Takelage, mit einer Schraube versehen, zur Vertheidigung der Küsten, Häfen etc. P2. II. (Schiffb.) Inbegriff aller auf einem Deck, zu beiden Seiten desselben, stehenden Geschütze. III. (Physik.) Ueber elektrische, galvanische etc. B.n s. d. Art. Elektrizität, Galvanismus, Telegraph etc. Vatteriebalken, m., s. v. w. Batterierippe.