blind, adj., 1. frz. terne, terni, engl. dark, tarnished, dull. Man nennt Metalle oder gläserne sowie andere eigentlich glänzende Körper blind, wenn sie durch chemische oder mechanische Einflüsse Glanz und Spiegelungsfähigkeit verloren haben; solche Gegenstände wieder glänzend zu machen giebt es verschiedene Mittel; einige davon s. unter d. Art. Glanz. Oft aber wird diese Blindheit mit Willen herbeigeführt, z. B. werden Fensterscheiben durch Schleifen derselben blind gemacht; Vergoldung wird an einzelnen Stellen matt oder blind gehalten. Näheres s. unter d. Art. matt u. abmatten, Glas u. Vergoldung. — 2. Blind, frz. dissimulé, borgne, faux, orbe, feint, engl. blind, blank, mock, false, dead, ital. cieco, orbo, finto, nennt man auch einen architektonischen Theil, wenn derselbe vollständig seiner ihm eigentlich wesentlichen Durchsichtigkeit beraubt wird, oder wenn seine Gestalt blos nachgeahmt wird, ohne daß er einen anderen Zweck als den der Täuschung hat; so hat man z. B.blinde Fenster und Thüren, Giebel, Feueressen oft blos der Symmetrie wegen angebracht; wenn solche Gegenständeerst später angebracht sind, nennt man sie angeblendet. Abgesehen davon, daß man nie die Täuschung ganz vollständig wird erzielen können, darf ein Künstler einestheils die Liebe zur Symmetrie nie so weit treiben, daß er um derselben willen sich zu einer Lüge im Kunstwerk herablasse; anderntheils giebt sich ein Architekt durch Anwendung blinder Fenster oder Thüren allemal selbst das Zeugnis, daß er nicht fähig war, Schönheit und Zweckmäßigkeit zu vereinigen, ohne zu einer Lüge seine Zuflucht zu nehmen; s. d. Art. Blendarkade, Blendfagade etc.