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BaukunstBau-Lexikon 1881

Bellevue, f., belyvédère, m., frz., engl. belvidere, ital. belvedere, s. v. w. schöne Aussicht, Lustwarte, Siehdich-um; Benennung für Punkte, von welchen aus man schöne Fernsichten genießt, übertragen auf die an solchen Punkten errichteten Baulichkeiten, daher auch Name verschiedener Lustschlösser. Die nicht zu Wohnungen bestimmten Belvederes in fürstlichen Gärten od. auf öffentlichen Spaziergängen pflegt man in Stein auszuführen, und zwar in den manchfachsten Formen, als Kiosk, Tempel, Thurm etc. Für Privatgärten empfiehlt sich bes. eine laubenartige Anlage mit sehr weit vorspringendem Dach, um das Hereinsprühen des auf erhöhten Punkten oft sehr vom Wind gepeitschten Regens zu verhindern. Als Beispiel geben wir in Fig. 512 das Coronini-Belvedere in Mehadia in Ungarn. Auch auf Häusern errichtet man Aussichtsthürme, die dann ebenfalls diesen Namen führen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 338Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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