Birke, f. (Betula, Fam. Betulinéae), frz. Pouleau, m., engl. birch. Die deutsche B. (B. verrucosa) wächst sehr schnell, wird 14 25m.hoch bis zu 0,J3om. stark, hat starke ästige Wurzeln und eine glänzend weiße Rinde; je nördlicher die Gegend, wo sie wächst, desto fester das Holz. Die B. nimmt nächst der Kiefer mit dem schlechtesten Boden fürlieb, gedeiht aber am besten auf Sand, der mit Lehm gemischt ist. Das Birkenholz trocknet schwer, zieht auch leicht aufs neue Feuchtigkeit an sich und wirft sich daher sehr leicht; Müller u. Wagner verarbeiten es wegen seiner Zähigkeit gern. Es platzt nicht leicht, wenn es auch vielfach durchbohrt wird, die Stämme sind zu Deichseln gesucht. Die gemaserten Stammenden u. Wurzeln verarbeitet man zu allerhand schönen u. nützlichen Gegenständen. Das Laub, mit Scharte versetzt, giebt eine gelbe Beize. Zum Bauen wird Birkenholz seltener verwendet und muß dann im Saft gehauen, ausgelaugt u. geräuchert werden, weil es ohne dies dem Wurmfraß zu sehr ausgesetzt ist. Es hat keine lange Dauer, wird besonders in feuchter Luft bald morsch und zwar gleichzeitig durch die ganze Masse. Es wird dies mit hervorgebracht durch Wucherungen eines Holzpilzes (Nyctomyces suaveolens), dessen Geruch veilchenähnlich ist. Birkenholz wiegt pro Km. frisch 760, trocken 650 Kg., spez. Gewicht also 0,½„e; mehrfach wird es als Brennholz verwendet, da es leicht brennt, ist aber wegen seines geringen Kohlengehalts nur als Brenn-⸗ holz zweiter Klasse anzusehen. Im Norden Europa's ist die weiße B. (Beétula alba) die gewöhnlichere, bei uns statt ihrer die deutsche B. (B. verrucosa), letztere wird in Nordamerika durch die Papierbirke (B. papyracea) und die pappelblätterige (B. Populifolia) vertreten. Ebenso kommt dort B. lenta vor, die eine dunkelbraune Rinde hat. Die gelbe B. (Vellow birch, B. excelsa) Amerika's hat gelbe Rinde, die schwarze B. (B.nigra od. B. rubra) ebendaselbst rothbraune. In Ostasien u. in Sibirien ist die gelbrindige B. Ermanns(B. Ermanni;) häufig. Die pappelblätterige und die schöne B. werden in Nordamerika gern zu Bekleidung derjenigen Schiffstheile verwendet, die unter Wasser sind, da das Holz fast unverweslich ist. Aus der Rinde der PapierbirkeB.papyracéa) fertigen die Indianer leichte Boote.