FeedBlatt
PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Blatt, n., 1. frz. feuille, f. engl. Jeaf, pl. leaves, foil. Fast in allen Stilen finden sich Blätter als Verzierungen verwendet, und zwar entweder einzelne Blätter, aufrecht oder schräg neben einander gestellt als Friesausfüllung, in Hohlkehlen etc., od. in Ranken, Guirlanden, Kränzen etc. vereinigte Blätter in mehr oder minder stilisirter Weise zu Ausfüllung von Flächen, also als passive Verzierung, od. als Dekorirung stützender oder tragender Theile, an Konsolen, Kapitälen etc., also als aktive Verzierungen. Die Zusammenstellung derselben ist natürlich nach den Stilen sehr verschieden, die Benennung derselben sehr manchfach. Wegen dieser Benennung vgl. die Art. Dreiblatt, Vierblatt, Kleeblatt, Kriechblume, Marienschuh, Wasserblatt, feuille, Tudorblume, Kreuzblume etc. Ueber die Wahl behufs Verwendung der Blätter als Verzierungen s. die Art. Blattwerk, Blume, Laubwerk, Kapitäl, Giebelblume, Stancheon, Corbel, Kreuzblume etc. — 2. frz. (Tischl.) B.eines Tisches, Tischblatt, frz. ais m. de table, table, f., tablette, f., engl. board of a table, table-board. s. v. w. Tischplatte (s. d.). — 3. B. der Hobelbank od. sonst einer Werkbank, frz. table d'établi, engl. bench-plate, top of the bench, s. d. Art. Hobelbank, Werkbank etc. — 4. B.einer Thüre, s. v. w. Thürflügel, s.d. Art. Flügel. — 5. B. einer Säge, franz. lame, f., engl. blade, s. d. Art. Sägeblatt. — 6. franz. pale, pelle, palme, f., engl. pan, blade, wash, span. pala, der breite Theil einer Schaufel, eines Ruders, einer Fahne od. dgl. — 7. (Masch.) franz. patte, f., engl. pan, eine eiserne, meist ebene flache Schiene, die in einen hölzernen Gegenstand, wie eine Welle, zu slärkerer Befestigung äußerer Theile, wie des Zapfens, eingelassen, auch mitunter noch mittels Keilen, die durch das B. gehen, nach der Verrammelung des Ganzen besonders befestigt wird. Mehr s. Art. Blattzapfen etc. — 8. (Schloss.) frz. panneton, m., der Bart des Schlüssels, auch das Stück Eisen, aus welchem eine Feder gemacht wird. — 9. (Zimlatt 9. A. merk.) frz. entement, m., engl. scarf, bei zwei der Länge nach od. auch kreuzweise, nichtbündig od. bündig mit einander zu verbindenden, also zu verlängernden oderzu verknüpfendenHölzern die sichergänzendenEinschnitte, mittels deren eins in das andere gelegt und entweder durch Holznägel od. durch Eisengebinde noch fester verbunden werden. Werden die Hölzer bündig, so nennt man den Verband Einblattung, Anblattung, Verblattung, frz. entement od. assemblage à mi-bois, engl. halving; werden sie nicht bündig, so spricht man v. Aufblattung, frz. assemblage à paume, engl. joining by rebate, rebatting. Die verschiedenen Arten derselben sind: A. Bei Cängenverbindungen: a) Das einfache, gerade od. viereckige (bündige) B. mit geradem Stoß, frz. mi-bois bout à bout, patte à mi-bois, à demi-bois, engl. plain scarf, halving(properly said), scarving (properly said); s. Fig. 603. — p) Einfaches gerades B. (ohne Bündigkeit) könnte man den Stoß mit Ueberblattung, franz. joint m. saillant, engl. rebated-Joint, rebate-joint, nennen, der dem vorigen B.gleicht, wenn die Einschnitte statt zur Hälfte jedes Holzes minder tief geführt werden, so daß die beiden Hölzer dann nicht bündig liegen; s. Fig. 604. — c) Gerades B. mit schrägem Stoß, schräggestoßenes gerades B., frz. assemblage m. à mors d'àne, engl. straight eourse; s. Fig. 605. Dieses B. wird nun auch wo und Bolzen versehen; s. Fig. 606. — d schräggestirntes gerades B., gerades B.m ähnlich dem vorigen, aber die Stirn de einem Grat (auf den Grat) gearbeitet; e) Schräggestirntes gerades B. mit Verze s. Fig. 608. — f) Französisches schräges blage m. à patte, ist eigentlich nur ein gel schräger Stoß; s. Fig. 609. — g) Gerat schrägen u. einer geraden Stirn, frz. teno repos; s. Fig. 610. — h) Französisches i) Zusammenstoßen mit eingesetztem B., d'àne, engl. cogged straight course, m den; s. Fig. 612.— )) Einfach schräges B engl. skew-scarf, wird meist verbolzt; ig. 626. Fig. 627. ). Gerades, doppeltes B., einfach verzahnt Kammblatt, gerades Hakenblatt, frz. ente pattée, engl. tabled scarf; s. Fig. 614. verzahnte Ueberblattung, doppeltes gero frz. entement à quatre pattes, engl. twie s. Fig. 618. — n) Gerades Hakenblatt od. schrägem Stoß, s. Fig. 615, wird verbolz Hakenblatt mit schrägem Stoß und Kei Schloß, verzahnte Ueberblattung mit Ke ) Mit dem Grat und 617; kommt auch mit Grat und Verzapfung vor. — rit Grat am Stoß, p) Gerades Hakenblatt mit Versatzung, frz. double patte es Stoßes ist in àchaperon, versatztes Hakenblatt, muß auch einen Keil s. Fig. 607. — erhalten; s. Fig. 619. — ꝗ9) Schräges Hakenblatt, schief apfung im Stoß; verzahnte Ueberblattung, frz.siktlet à bec de flüte, ente-B., frz. assem- ment à flüte, engl. skew tabled scarf; s. Fig. 620.— ebrochener, halber r) Schräges Hakenblatt mit Keil, französisches B. mit Zu Art. Blatt 9. A. Fig. 625. ides B. mit einer Keil, schief verzahnte Ueberblattung mit Keil, schiefes n m. à paume à Schaffhäuser Schloß, frz. entement à flüte avec coin, Schrägblatt mit sengl. skew scarf and key; s. Fig. 621. — s) Schräges n; s. Fig. 611.— Hakenblatt mit Keil u. Grat auf dem Stoß, Jupiterschnitt, „frz. faux mors frz. trait de Jupiter, engl. skew tabled scarf with key luß verbolzt wer-and groin (straight course bond with scarf and key); ., frz.sikllet, m., s. Fig. 622. — t) Zusammenstoß mit eingesetztem B. mit s. Fig. 613. — Haken und Keil, frz. faux mors d'àne à coin, engl. cogte Ueberblattung, ged straight course with key; s. Fig. 623. — u) Schwalement à double benschwanzförmiges B. mit Brüstung, auch B. mit — m½) Doppelt Schwalbenschwanz; frz. entement à queue d'aronde, ades Hakenblatt, queue d'arondeé et mi-bois, engl. dovetailed scarf; ice tabled scarf; s. Fig. 624. — V) B. mit doppeltem Schwalbenschwanz, . Kammblatt mit frz. entement à double queue d'aronde; s. Fig. 625.— zt. — o) Gerades Alle diese Blätter werden auch wohl verdeckt (frz. perdu, il, Schaffhäuser engl. blind), d. h. so gearbeitet, daß man an der einen deil, frz. double Seite ein gerades B. neben dem andern stehen läßt, so daß man an dieser Seite nur eine rechtwinklig durchgehende Stoßfuge sieht. Diejenigen der genannten Blätter, bei denen mehr als zwei Einschnitte nöthig sind, sind meist zu schwierig in ihrer Ausführung im Verhältnis zu der dadurch erreichten Vermehrung der Festigkeit gegen Zug, Schwankung od. Senkung, da sie doch meist noch der Nägel, Bolzen, Ringe od.dgl. bedürfen. Bei solchen Blättern verlieren die zu verbindenden Hölzer allemal so viel von ihrer Länge, als das B. lang ist. Dieser Uebelstand wird durch ein sogenanntes eingesetztes Blatt, s. Fig. 612 u. 623, vermieden. Dergleichen eingesetzte od. falsche Blätter werden von recht hartem Holz (gewöhnlich Eichenholz) mit Zapfen u. Versatzung in beide stumpf zusammengeschnittene Hölzer gut eingesetzt; aber dennoch ist kaum eine genügende Verbindung großer Hölzer hierdurch zu erzielen. B. Verlängerung stehender Hölzer, frz. entement debout, engl. scarving on end: a) B. mit schräg eingreifendem Stoß, B. mit Versatzung oder Grat auf dem Stoß und Bolzen; s. Fig. 626. (Vgl. auch oben A. C.) — b) Blattzapfen (s. d.). — c) Aufpfropfung u. zugleich Verstärkung wird am besten durch Zahnblätter, frzpattes en erémaillère, engl. tabled scarfs, bewirkt; s. Fig. 627. C. Kreuzung horizontaler Hölzer. a) Ueberblattung mit geradem Bie, frz. entaille à moitié bois; s[ Fig. 629. — b) Rechtwinklige Ueberblattung mit versatztem B.; siehe Fig. 628. — C4) Schiefwinklige Ueberblattung mit versatztem B., s. Fig. 630 u. 631. D. Verknüpfung horizontalex Hölzer. a) Einfaches B.als Eckverband; s. d. Art. Aufblattung u. Fig. 275 u. 276.— s. Fig. 632. — c) Einfaches Hakenblatt als Querverband; s. Fig. 633. — d) Zurückgesetztes schwalbenschwanzförmiges Hakenblatt als Querverband; s. Fig. 634. Weiteres sein d. Art. Blattzapfen, Aufkämmen, Hakenblatt, Hakenkamm, Holzverbindung etc. Is. 10. Blatt, frz. pale, patte, engl. blade, des Anschlagwinkels (s. d., nebst Fig. 206 —208). — 11. B. des Bugspriets, frz. fourrure, f., jumelle, f., engl. fish, auch Lapp f. des Bugspriets genannt; Seitenverstärkung, Backen, der am unteren Ende des Bugspriets angesetzt wird. — 12. B. od. Lappen m.eines Pfahlschuhes, frz. branche, engl. cheek, arm, horn; s. d. Art. Pfahlschuh. — 13. B. einer spanischen Wand,‚ frz. feuille, f., engl. Ieaf, s. v. w. Flügel oder Feld, jeder der Theile, welche durch Charniere verbunden die spanische Wand bilden. — 14.(Ziegelei) s. v. w. Dachziegel, Breitziegel, auch die zu einem First- od. Hohlziegel bestimmte Thonplatte, ehe sie die Krümmung erhalten hat. — 15. frz. lisse, f., 16, m., engl. breadth, span. pierna, einfache Breite eines in mehrfacher Wiederholung neben einander gelegten Zeugs, Tapetenpapiers re.; s. auch d. Art. Bahn 10.— 16.(Miner.) frz. feuilles, engl. Ieaf, s. d. Art. blätterig.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 394Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6