Bleiloth, n., 1. auch Bleisenkel, Senkblei, n., frz. plomb, m., sondé, f., chas, m., engl. plumbule, plummet, ital. piombino, span. plomada, ursprünglich als Bi.im engern Sinn, frz. plomb de, sonde, engl. plumb, plumb-lead, ein nach verschiedenen Formen gegossenes Stück Blei, welches, unten mit einer Spitze, oben aber mit Oese od. Bügel zum Befestigen des Bleifadens (s. d.) versehen, zur Prüfung der loth-od. senkrechten Stellung eines Gegenstandes dient. Oefters werden sogenannte B.e von Messing zierlich gedreht u. sind dann meist aus drei aus einander zu schraubenden Theilen gebildet, so daß man einerseits das durchbohrte Knöpfchen für das Durchziehen des Fadens, anderseits die Spitze abschrauben u. verkehrt wieder anschrauben kann, um sie ohne Beschädigung transportiren zu können. Meist versteht man unter B. im weiteren Sinne nicht nur den Metallkörper, sondern die ganze Vorrichtung, einschließlich der Schnur. Neuerdings sind in der Form des B.s mehrfache Verbesserungen gemacht worden, so ist z.B. die Lothrolle, d. h.eine Rolle mit Handgriff, die früher getrennt vom Loth selbst war, in eine Spalte des Lothes selbst so eingefügt worden, daß sie ziemlich schwer drehbar ist. — Das B. dient auch zum Messen von Höhen und Tiefen u. heißt dann speziell Bleisenkel od. Senkblei, frz. sonde, engl. sounding-lead; s. d. Art. Loth u. Lothschnur. — 2. frz. soudure de plomb, engl. plumb-soldu; richtiger Bleilöthmittel, Bleilöthung; das Löthen mit B. war, nach der älteren Methode ausgeführt, von geringer Haltbarkeit u. daher nur selten angewendet; bei Dächern etc. suchte man es thunlichst zu vermeiden. Neuerdings bewerkstelligt man die Bleilöthung mitHülfe von Knallgas; man bedarf dazu eines transportabeln Bleigefäßes zu Erzeugung des Wasserstoffgases und eines transportabeln Blasebalges, der dem Wasserstoffgas den zu Knallgasbildung nöthigen Sauerstoff aus der Luft zuführt. Von jedem dieser Apparate führt ein beliebig langes Gummirohr die beiden Gase in einen Doppelhahn zusammen, von welchem sie dann als Knallgas in einem gemeinschaftlichen Gummischlauch zur Löthspitze geführt und so zum Löthen verwendet werden. — Da die Fabrikation der Schwefelsäure in neuerer Zeit großartige Dimensionen angenommen hat, so ist das Löthen mit Knallgas bes. wichtig; eine genaue Darstellung des Verfahrens s. in der „Berg⸗ u. hüttenmännischen Ztg.“, 20. Jahrg., 1861, Nr. 10. 87.