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TechnikBau-Lexikon 1881

Bleiblech, m., frz. lame f. deplomb, engl. plated lead, lead-plate (Hüttenk.), zu schwachen Platten gewalztes Blei, auch Rollblei od. Walzblei, frz. Pplomb en rouleaux, engl. shéeet-lead in rolls, gen. Das beste deutsche Walzblei kommt aus Bleiberg, Villacher Kreis in Kärnten, in Flächen von 1,½%% m. Länge u. 0,4 m. Breite, bis ca. 5m. Länge u. 1,3 m. Breite, bei einer Stärke von ½ —8 mm. Die neueren Bleiwärenfabriken haben durchgängig die englische Bleiblechlehre angenommen u. liefern Bleibleche in Rollen od. Platten von Nr. 0000 bis 19 in 2 m. Breite u. 8 m. Länge, von Nr. 20 —26 aber nur in 0, m. Breite u. 1—2 m. Länge. Da das Blei aber durch das Walzen einen großen Theil seiner Zähigkeit verliert, auch oftporös erscheint, so hat man neuerdings vorgeschlagen, um endloses B. zu erhalten, das Blei nicht zu walzen, sondern aus einem vollen Cylinder zu schneiden, wodurch größere Zähigkeit u. geringere Porosität erzielt würde. Eine auf starken gußeisernen Lagerblöcken ruhende, geriffelte Gußeisenwelle wird aus ihrem Lager ausgehoben, central in eine zweitheiligecylindrische Form von 62 cem. Durchmesser, 90 cm. Höhe eingesetzt, das in gußeisernem Behälter zwischen Ober- und Unterflammen zerschmolzene Blei hineingegossen und sehr langsam abgekühlt, um große Zähigkeitzuerreichen. Die Welle mit Blei wird nun wieder ins Lager gehoben; ein Stahlmesser von 94 cem. Länge, 20 cm. Höhe, 4 em. stark, auf einen Support geschraubt, welcher wie der einer Spindeldrehbank in beliebiger Geschwindigkeit gegen den sich langsam drehenden Bleicylinder angeschoben werden kann, schneidet das Blei in Dicke von 0,036 —3 mum. herunter; auf dem Support sind noch zwei Stichel angebracht, die in den sich drehenden Bleicylinder nahe an dessen Ende einschneiden und so die Bleiplatte säumen; dieselbe wird zwischen sich drehenden Walzen auf eine kleine hölzerne Rolle geleitet, wo sie sich aufwickelt; auf dieser Holzrolle kommt das Blei in den Handel.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 408Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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