FeedBlindenanstalt
BaukunstBau-Lexikon 1881

Blindenanstalt, k., frz. école des aveugles. Sie ist (ebenso wie Taubstummenanstalten) in der äußersten Vorstadt, möglichst hoch gelegen und mit Garten verbunden, anzulegen. In Garten und Haus müssen die Gänge möglichst gerade angelegt werden und rechtwinklig auf einander stoßen. Die Gartenbeete sind mit einem kleinen Wall von Sand und Erde zu umgeben, damit sie der Blinde nicht zertritt; an allen Hausgängen, Treppen u. s. w. sind 2 parallel über einander fortlaufende Geländer ¼½ u. 1 m. vom Erdboden entfernt anzubringen, damit die Blinden im Nothfalle an ihnen sich hinfühlen können. Schlafräume, Wohnräume, Eßräume und Unterrichtsräume sind von einander zu trennen, möglichst hoch, groß und gut ventilirt anzulegen. Alle Oefen sowie alle Stellen, an denen die Blinden zu Schaden kommen können, sind mit 2 m. hohen Gittern zu versehen, durch welche auch auf den Korridoren etc. die Zugänge zu Küche, Keller und Boden abzusperren sind. Kelm.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 416Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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