Bohrarbeit, f. (Bergw.), frz. forage, m., sondage, m., engl. boring for expeériment. Entgegen den Schürfarbeiten, die nur möglich sind, wenn ein Ausgehendes vorhanden ist u.sich überhaupt aufoder nahe unter der Oberfläche halten, dringen Bohrarbeiten in große Tiefen ein; über 600 m. Tiefe ist jetzt nichts Seltenes mehr. Sie sind unentbehrlich bei Bedeckung der Lagerstätten durch jüngere Formationen, überhaupt zu Aufschlüssen in der Tiefe; geben aber kein genaues Anhalten über Steigen, Fallen u. Mächtigkeit der Lagerstätte, u. lassen auch auf die Substanz nur Schlüsse zu, weil lediglich Bruchstücke zu Tage kommen. Indes hat man in neuerer Zeit durch das Kernbohren einem Theil dieser Mängel abzuhelfen gesucht. Man unterscheidet zwei Hauptverfahren: 1. B. mittels Gestänges, d. h. einer Verbindung von steifen Stangen, die sog. europäische Methode; 2. B.mittels eines Seiles, die sog. chinesische Methode; doch sind beide Methoden zweckmäßigerweise zu kombiniren. In Bezug darauf, wie die Inftrumente das Gestein angreifen, unterscheidet man dasdrehende u. das stoßende Bohren. Das Seilbohren ist immer stoßend, das Gestängebohren stoßend u. drehend; ganz lockere und sehr weiche Massen, wie Sand u. Thon, erfordern das drehende Bohren; milde Gesteine, wie Schieferthon, Mergel, gestatten beide Arten; bei festen und sehr festen Gesteinen ist nur die stoßende anwendbar. Ueber das weitere Verfahren s. Beer, Erdbohrkunde, Prag 1858, u. Serlo, Bergbaukunde, Berlin 1869. (87.)