FeedBohrarbeiten
NaturlehreBrockhaus 1882

Bohrarbeiten sind bergmännische Arbeiten ur Aufsuchung nutzbarer Mineralien und Quellen aller Art, wozu in letzterer Beziehung auch die Artesischen Brunnen gehören; sie dringen in große Tiefen der Erdrinde, nicht selten über 800 m, ein und sind unentbehrlich zu Aufschlüssen über Mächtigkeit und Substanz der Gesteine. Großartig sind dieselben entwickelt in den ausgedehnten Tiefbohrungen der Neuzeit, deren Zweck die Aufsuchung von Steinkohlen, Steinsalz, Solquellen und anderer Mineralquellen ist. Auch das Abbohren von Schächten an Stelle des Abteufens gehört Rchas und von einem Bohrschachte unterscheidet sich das Bohrloch wesentlich durch geringere Dimensionen. Man unterscheidet das Bohren mittels eines Gestänges, d. h. einer Verbindung von steifen Stangen, und das mittels eines Seils (die chinesische oder Seilbohrmethode); ferner drehendes Bohren für geringe Tiefen und stoßendes Bohren bei festen Gesteinen. Beim Bohren mit steifem Gestänge (massiv eiserne, selten hölzerne Stangen, auch Stangen aus hohlen eisernen Röhren) wird ein verschiebbares Zwischenstück (Rutschschere, Abfalltück, Freifallstüch eingefügt, wodurch sich das Getänge in Ober⸗ und Untergestänge sondert und omit die auf das Untergestänge wirkenden Schläge nicht auf den obern Teil übertragen, also Bruche in demselben vermieden werden. Die an das Gestänge geschraubten, durch Heben sind: der undbmener dessen Schneidebreite sich nach dem Durchmesser des Bohrlochs richtet und aus Stahl oder Gußstahl gearbeitet wird; in neuester Zeit werden auch Bohrer mit Diamantschneide (schwarze Diamanten) sangewend im festesten here Bohrver mit Vorteil angewendet. Für eringere Bohrversuche hat man unter andern auch reuz⸗, Kolben⸗, Kronen⸗, Ventil⸗, Schnecken-Hohl-⸗ und Spiralbohrer. Das Bohrloch wird durch eine glockenförmige Büchse rund B1 ten. Bohrlöffel, geschlossene Cylinder von Blech mit einer nach oben beweglichen Klappe, haben den Zweck, die abgesprengten Gesteinsteilchen und den entstandenen Brei (Bohrschmand, ulen von dem Grunde (Bohrlochssohle) Saleäuehe en, wohin auch bei eben Jckr auf Salzquellen die Sollöffel Hapon er) gehören. Bei Anwendung der Kie g lapparate hat der untere Teil des Gestänges ie große Bohrstange oder der Bohrklotz) ein so roßes Gewicht, daß der Meißel n Schlag 200 kg schwer mit einem sehr bedeutenden Schlagmoment auf die Bohrlochssohle ankommt, um die beabsich-Maf Wirkung zu erreichen. Das Verhältnis der Masse des Meißels u der des Bohrklotzes (ungefähr 400 kg) ist häufig wie 1:2; die Verbindung beider geschieht durch Zapfen und Muffen. Um die während der B. an den arbeitenden Teilen etwa vorgekommenen Brüche zu beseitigen, dienen die Fanginstrumente, von denen vorzugsweise der Glückshaken, die Fallfangschere und für Seilbrüche der Krätzer in Gebrauch kommen. Bleibt das 3. Dabeln Gebirge nicht ohne Unterstützun stehen, bröckeln einzelne Teile in der 9 10. 0 Masen bilden), sind überhaupt lose und lockere Nassen zu durchsinken, so ist das Einsetzen von Röhren (Verröhren der Bohrlöcher) erforderlich. Das Material hierzu ist 2—5 mm starkes Eisenblech oder wol auch Holz; durch Muffen Ubchn die Röhren stumpf aneinander. Zum Abschneiden der obersten lockern Schichten bis zum festen Gestein dient meist der aus Holz gefertigte Bohrtäucher. Andere Befestigungsarten der Bohrlochswände sind das Verlatten und das Betonieren. (S. Beton.) Bei der chinesischen Bohrmethode, welche fol, ist d den Chinesen angewendet worben sein oll, ist das Bohrgestänge durch ein Seil ersetzt, indem ein Wirbel Ehmeen Seil und Meißel geschoben wird. Die Chinesen sollen mit dieser Methode bis ungefähr 1000 m in die Tiefe gekommen sein; bei uns hat sich beltant aber nicht sehr bewährt, da sie zu viel Übelstände mit sich führt und den Effekt beeinträchtigt. Doch haben die neuesten Unternehmungen dargethan, daß eine Kombination des „Bobriloge sobald zwischen Seil (Drahtseil) und Bohrklotz ein Gummicylinder und eine eiserne Platte Artn regelmäßigen Umsetzen des Meißels nach Art des Freifallinstruments eingeschaltet wird, insofern einen äußerst günstigen Effekt selbst bei tiefen Bohrlöchern ergibt, als solche in ein Fünftel bis ein Achtel der Zeit, welche bei den sonst üblichen Vorrichtungen nötig ist, nieder-Cagede⸗ sind. Die äußern Vorrichtungen (über age) bestehen in den Bohrgerüsten (Dreifuß, Galgen) und bei wichtigen, 47 B. in den vollständigen 0 Noch de Das Detail der Ausführung richtet sich nach dem deselben des Bohrlochs, der beabsichtigten Tiefe desselben und der Wichtigkeit und Dauer der Arbeit überhäupt. Meist haben die Bohrtürme eine Höhe von 22—25 m, in verschiedene Etagen abgeteilt. Beim stoßenden Bohren dient als Übertragung der Kraft, wenn solche durch Menschen ausgeübt wird, der 3e hefeiin 5⸗ an dessen kurzen Arm das Gestänge befestigt, dessen größerer Lastarm aber durch die Arbeiter niedergedrückt wird, während ein besonderer Aufseher 1 das Umsetzen mittels einer Krücke ei jedesmaligem Anheben besorgt. Die Bohrlochsmündung wird enhachen Mal genannt. Bei Anwendung von einfachen Maschinen, wie Haspel und Treträder, welche durch eine Verbindung mit dem Bohrschwengel wirken, ist immer Men⸗ ..— bedingt, die aber schon bei Verwenung von Donmaenn wegfällt. Bei bedeutenden, tiefen Bohrungen wird in neuerer Zeit ausschließlich die Dam fmaschine als bewegende Kraft benutzt. Die Maschine wird seitwärts gestellt und überträgt die Kraft vom Dampfeylinder auf das Gestänge durch Vermittelung eines Schwengels oder durch Treibriemen mittels einer Kurbelstange auf denselben. (Vgl. hierzu den Artikel: Bergbohrer, Bd. II, S. 813—814, wo sich auch die wichtigsten der zu den B. erforderlichen Instrumente und Apparate abgebildet finden.) ohrbank (frz. machine à aléser, engl. eylinder boring-machine), s. Bohrmas Hiuem

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 261Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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