FeedArriazaey
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Arriazaey Superviela (Don Juan Bautista de), span. Dichter, wurde 1770 in Madrid geboren, besuchte die Militärschule zu Segovia und trat dann in die königl. Marine ein, die er, durch Krankheit veranlaßt, 1798 verließ, um sich der diplomatischen Laufbahn zu widmen. Er ward Legationssekretär der Gesandtschaft erst in London, dann in Paris. Nach Spanien 1807 zurückgekehrt, erklärte er sich als strenger Royalist gegen die Afrancesados, die er in den Revolutionen von 1812 und 18²⁰ mit den Waffen des Ernstes und der Satire erbittert bekämpfte. Dafür ernannte ihn Ferdinand VII. zu seinem Rat und Kabinettssekretär, dann zum oficial segundo jubilado im Ministerium des Auswärtigen und zum Kammerherrn. A. starb 1837 in Madrid. Seine Lieder sind mit der eichtigkeit von Improvisationen 91796 ei wiewohl ohne tiefern Gehalt. A. gab 1796 ein größeres Gedicht auf den Tod des letzten Her ogs von Alba heraus, 1797 die erste Auswahl swer Jugendgedichte: Las primicias 6 coleccion de los primeros frutos poëéticos de D. J. B.„ (6. Aufl., 2 Bde., Madr. 1829.—32) Ein weniger gelungenes didaktisches Gedicht &Emiliay, zu welchem eine Kunstfreundin „dieses Namens, welche arme talentvolle Waisen zu Künstlern erziehen ließ, ihn begeistert hatte, vollendete er 1803. A. ermunterte 1810 seine Landsleute zum Kampfe für ihre nationale Selbständigkeit durch seine Poesias patriôticas (Lond. 1810; 3. Aufl., Madr. 1815). Eine Auswahl aus seinen Gedichten, «Poesias liricase (6. Aufl., 2 Bde., Madr. 1829—32), nebst biographisch-kritischen Notizen enthält F. Wolfs Floresta de rimas modernas castellanas (Bd. 2, Par. 1837). Arrieregarde, Nachtrab, Pwelche de nennt man ARürken Truppenabteilung, welche bestimmt ist, den Rücken einer größern Abteilung gegen feindliche Angriffe zu decken. Bei einer Abteilung, welche vorwärts marschiert, bleibt die A., falls man nicht Bedeng vom Feinde umgangen wird, ohne große Bedeutung; sie hat dann wehr polizeider Marichtelon und hält die Ordnung im Rücken der Marschkolonne aufrecht. Auf Rückzügen dageen, besonders Wich einem verlorenen Gefecht, ist sie von höchster Wichtigkeit; sie soll den nachdrängenden Feind von heftiger Verfolgung abhalten und seine Versuche zu Umgehungen und Seitenan-Heiffer zeitig entdecken. Die A. wird in diesem Falle ei größern Truppenmassen aus allen Waffen zusammengesetzt, deren Verhältnis zueinander von dem Terrain abhängig ist, welches man zu durchschreiten hat. N Ebenen macht man die A. vorzüglich stark an Reiterei und reitender Artillerie, in coupiertem Terrain und wo Positionen festgehalten werden können, herrscht Infanterie und Feldartillerie vor. Immer verwendet man zur A. die zuverlässigsten und die Truppen, welche am wenigsten Berhal haben. Ihre Stärke hängt ganz von den erhältnissen ab, sie kann wenige 8 chwadronen, aber auch ganze Divisionen betragen. Wichtig ist die Bestimmung der Entfernung vom Gros. V diese zu groß, so wird die A. leicht umfaßt; ist sie zu klein, so wird das Gros in einen feindlichen An-Def mit verflochten. In coupiertem Terrain und efilees kann die Entfernung größer sein; in Ebenen, zahlreicher Kavallerie gegenüber, zieht man deh oft ganz an das Gros heran. Gewöhnlich handelt es sich bei Arrieregardengefechten um die Behauptung der Straßen, auf denen das Gros zurückgeht. Der Kampf wird sich daher hauptsächlich um einzelne Zugänge, Dörfer, Waldstrecken und sonstige Defilees drehen. Die Artillerie verteidigt die 914.˙ und das Terrain zu beiden Seiten derselben; Infanterie und Kavallerie dienen zur Unterstützung und zur Hinhaltung des Gefechts. Der weck eines Arrièregardengefechts bleibt immer, eit zu gewinnen; doch darf das Gefecht nur in dem aße engagiert werden, daß ein Abbrechen zu jeder Zeit noch möglich bleibt. Der Abzu geschieht dann successiv. Am besten erreicht eine 4. ihren Zweck, wenn sie den Feind bei Tage festhält und die Nacht zum raschen Rückzuge benutzt. Einige Stunden vor eintretender Dunkelheit ist deshalb die beste Zeit zur Einleitung des Gefechts.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 4Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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