Arrighi di Casanova (Jean Toussaint), Herzog von Padua, geb. 8. März 1778 zu Corte auf Corsica, ein Verwandter der Bonaparteschen Familie, trat sehr In die franz. Amee und befeteetit 179⁷ Doneße onaparte als Gesandtschaftsekretär der Republik nach Rom. Sodann wohnte er der Expedition nach Agypten bei, stieg zum Kapitän auf und wurde bei St.⸗Jean-d'Acre schwer verwundet. Nach der Schlacht dei Marengo wurde er Stabsoffizier und nach der bei Austerlitz Oberst der Gardedragoner. Auf dem Schlachtfelde von Friedland ernannte ihn Napoleon zum General, und 1808 erhob er ihn zum Herzog von Padua. Als Divisionsgeneral focht er 1809 bei Eßlingen und Wagram. Während des Feldzugs nach Rußland übernahm A. den Befehl über die aus Nationalgarden organisierten Kohorten, welche die franz. Küsten gegen die Engländer verteidigen sollten. Im Frühjahr 1813 hatte er als Kommandeur des 3. Kavalleriekorps der großen Armee Leipzig zu decken und das linke Elbufer von feindlichen Streif-Latew zu säubern; A. ließ durch Fournier das Ilen: 25 Freikorps bei Kitzen verräterisch überfallen. Während der Schlacht bei Leipzig verteidigte er zuletzt die Vorstädte. In Frankreich zeichnete sch A. 1814 bei Nogent und Laon aus. Nach seiner Rückkehr von Elba schickte ihn Napoleon als außerordentlichen Kommissar nach Corsica. A. war einer der entschiedensten Anhänger Napoleons und vollog die Befehle desselben ohne irgendwelche Rückscht. Er wurde 24. Juli 1815 aus Frankreich verbannt und begab sich nach Triest. Später lebte er in der Lombardei und kehrte 1848 nach deGelezzurück. In Corsica als Abgeordneter in die Gesetzgebende Versammlung 1849 gewählt, vertrat er daselbst eifrig das bonapartistische Interesse und wurde im November desselben Jahres zum Generaldirektor der Posten, nach dem Staats treiche vom 2. Dez. 1851 zum Mitgliede der sog. Konsultativkommission sowie 1852 zum Senator und Gouverneur des Invalidenhauses ernannt. Als solcher starb er 22. März 1853 zu Paris. Vgl. Ducasse, „Le général A. de Casanovas (2 Bde., Par. 1866). — Aus seiner Ehe mit einer Tochter des Grafen Montesquieu hinterließ er den Sohn Ernest Louis Henri Hyacinthe A. di Casanova, geb. 26. Sept. 1814, der den Titel eines Herzogs von Padua erbte. Derselbe war anfangs die Bonrbbzier, nahm aber aus Abneigung gegen die Bourbonen den Abschied. Ludwig Napoleon ernannte ihn 1849 zum Präfekten von Versailles, 1852 zum Requetenmeister im Staatsrat und 23. Juni 1853 um Senator. Im Mai 1859 übernahm er das inisterium des Innern, mußte jedoch dieses Amt —7 1. Nov. desselben Jahres an Billault überassen. Später ward A. Mitglied des Generalrats für das Depart. Seine-et-Oise. Durch seine bonapartistischen Agitationen der Regierung verdächtig, wurde A. seiner Stelle als Maire von Courson l'Aulnay 1874 entsetzt. Seit 1876 ist A. Mitglied der Deputiertenkammer, wo er zur Partei der Bonapartisten gehört. Da A. überführt worden war, bei den Wahlen im Okt. 1877 in zwei Wahlkreisen seine Stimme abgegeben zu haben, hatte die Kammer bereits im Juni 1880 dem Antrag auf gerichtliche Verfolgung A.s zugestimmt, als die Amnestie vom Juli 1880 den Beschluß aufhob.