Artus oder Arthur, Fürst der Siluren oder Damnonier, der die in den Westen Englands zurückgedrängten brit. Stämme um sich versammelte und enden egen die unter Cerdic erobernd vordringenden heidnischen Angelsachsen die Er ol und den Glauben seines Volks verfocht. Er soll 542 an einer senem a Wunde, welche er in einem Gefechte mit seinem aufständischen effen Modred Sahte auf der Insel Avalon gestorben sein. Seine Gebeine will man unter König Heinrich II. zum Lebtemn haben. Der geschichtliche A., we ——— zum ten vor ihrer völligen Unterdrückung erweckte, ist der Ausgangspunkt vieler Heldensagen geworden, welche von Wales und der Bretagne aus sich über die ganze roman. und durch d elt verbreiteten und Jahrhunderte hindurch dichterische Bearbeitung fanden. Bereits in den walisischen Bardenliedern des 6. und 7. Jahrh., in der Myvyrian archaeology of Waleso (3 Bde., Lond. 1801), wird der Nationalheld A. mit broni tapfern Zeitgenossen besungen. In den Chroniken des 9. Jahrh., wie bei Nennius, sich der erste volksmäßige Ansatz zu dem Sagenstamme des Artuskreises, mit dem die Sage vom Zauberer Merlin in Verbindung tritt. Nach ein imidhe Berichten verliebte sich A. Vater, Uther, in Igerna, die Gemahlin des Gorlas, Herzogs von Cornwall, in deren Besitz Uther gelangte, nachdem ihm Merlin die Gestalt des Gorlas verliehen hatte. erna gebar ihm den A. Dieser wurde, nach Uthers Tode, 516, Heerfürst der Briten, besiegte in vielen großen Schottland die Sachsen und zog Hale nach Schottland und Irland, nach Dänemark und Norwegen, ja selbst nach Frankreich, wo er bei Paris ein großes röm. Heer besiegte. Während seiner Abwesenheit Geme sich sein Neffe Modred und verführte seine Gemahlin Ginevra. A. kehrte zurück und lieferte seinem Neffen eine Schlacht, in welcher er seinen Tod fand. f nach dem Volksglauben ist A. nicht gestorben; seine Seele ist in einen Raben übergegangen, und er wird einst wiederkehren. Er residierte zu Caerlleon am Usk in Wales mit seiner schönen Gemahlin Ginevra (Ghwenhwywar), umgeben von einem glänzenden ofstaate und vlelen hundert Rittern und schönen Frauen, welche in Bezug auf Tapferkeit und höfische Sitte aller Welt zum mustergültigen Vorbilde dienten. Den Mittelpunkt dieses Kreises bildeten 12 Ritter, welche als die Tapfersten und Edelsten der König um eine runde Tafel zu versammeln ef und die des A. Tafelrunde bildeten. Von Hofe aus zogen die Ritter in alle Länder nach Abenteuern aus; Helden der Frauen, Demütigun anmaßender Helden, Befreiung Verzauberter, Bändigung der Riesen und Zwerge war 2ritterlicher Beruf. Die Beschreibung dieser unzähligen Abenteuer, deren Schauplatz häufig in den noch jetzt so genannten Wald Brezilian (breton. Broch allean) in der Bretagne verlegt wird, bildet den Inhalt zahlreicher Dichtungen dieses Sagenkreises in allen abendländ. Sprachen. Die brit. Sagen, die in den «Märchen des roten Buchs von Hergeste oder The Mabinogion from the Llyfr Coch o Hergest (7 Bde., Lond. 1838 —49) aus dem 14. Jahrh. durch franz. Bearbeitungen bereits beeinflußt sind, fanden zuerst in Frankreich Eingang, wo die Ritter der Tafelrunde zu Idealen des glänzenden und feinen Hoflebens und Rittertums, wie es sich hier im 12. Jahrh. zur höchsten Blüte ausgebildet hatte, umgeschaffen wurden. Hauptsächlich bürgerte Chretien de Troies (s. d.) diese Stoffe in Frankreich ein. Schon am Ende des 12. Jahrh. kamen die franz. Kunstepen nach Deutschland und erfuhren in dem «Parzival» Wolframs von Eschenbach, «Tristan und Isolto Gottfrieds von Straßburg, dem «Erecv und Iwein v Hartmanns von der Aue, dem «Wigaloiso Wirnts von Grafenberg Umwandlung und Vertiefung. Die gefeiertsten Helden des Artuskreises sind, außer A. selbst, namentlich 91½ oder, wie er in der brit. Sage heißt, Peredur, ferner Tristan, Iwein, Erec, Gawein, Migalois, Wigamur und Lanzelot. In mehrern Dichtungen, wie in «Parzivalo und Titurelo, ist die Arthur age mit der vom Heiligen Gral (s. d.) verwebt. Aus Frankreich verflanzte sich die Artussage auch nach den Niederlanden, England und dem skandinav. Norden, sowie zu den Provenzalen, Spaniern und Italienern. Von Deutschland aus kamen sie gegen 29016 des Mittelalters nach den slaw. Ländern. Vgl. Graesse, „Die großen Sagenkreise des Mittelalterso (Dresd. u. Lpz. 1842); San-Marte (A. Schulz), «Die Arthursagen (Quedlinb. 1842); Heidenst „Beiträge un breton. und kelt.⸗german. Heldensaged (Quedinb. 1847); Villemarqué, «Contes populaires des anciens Bretons (2 Bde., Par. 1842); derselbe, „Pomes des bardes bretons du 6° siècles (Par. 1850); Holtzmann, «»Artus» (in Pfeiffers 4Germania, 12. Jahrg., Wien 1867); Fontan, «Arthus, ou le roi-chasseuro (Par. 1874). ö‚