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GeschichteBrockhaus 1882

Alanen, ein Volk, welches in der Völkerwanderung häufig neben german. Völkerschaften genannt wird, das aber dem scyth. Stamme angehört, welcher oft ebenfalls — den Ariern gerechnet wird. Die ursprünglichen Wohnsitze der A. waren am Kaukasus, von wo sie, ausgezeichnete Reiter und Bogenschützen, sich teils nach Norden bis zum Don ausbreiteten, teils Raubzüge nach Armenien und Kleinasien unternahmen, 56 die schon Vologesus, König der Parther, bei Vespasian Hilfe suchte. Arrian führte unter Hadrian als Statthalter von Kappadocien Krieg mit ihnen; von seiner Schrift über diesen Krieg ist ein Bruchstück erhalten. Von Aurelian wurden die A. zum Kriege egen Persien angeworben und verwüsteten nach einem Tode Kleinasien, wurden aber 276 n. Chr. vom Kaiser Tacitus in ihre Sitze zurückgetrieben. ast 100 Jahre später (um 375) zerstörten sie in erbindung mit den Hunnen das Reich Hermanrichs, des Königs der Ostgoten, verdrängten letztere aus den Ländern zwischen Don und Donau und schlossen sich der großen Bewegung der Völker Heach esten an. Mit den Sueven und Vandalen rachen sie 406 in Gallien verheerend ein. Ein Teil von ihnen blieb südlich von der Loire, erschien 451 unter den Bundesgenossen des Aétius gegen Attila und ward später aufgerieben; ein anderer zog 409 mit nach Spanien, ward durch den westgot. König Wallia 418 im Bunde mit den Römern 9 und nach Lusitanien Oberiinlt wo nachher ihr Name verschwindet. In Oberitalien brach noch 464 ein Schwarm A. ein, der durch Rieimer besiegt ward. In der spätern byzant. Zeit werden auch im Kaukasus noch A. erwähnt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 315Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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