FeedAschbach (Jos.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Aschbach (Jos.), deutscher Historiker, geb. 29. April 1801 zu Höchst, studierte seit 1819 zu Heidelberg Geschichte, wurde 1823 zu Frankfurt a. M. Lehrer der alten Sprachen und der Geschichte, 1842 Professor der Geschichte an der Universität Bonn und 1853 Professor der allgemeinen Geschichte an der Hochschule zu Wien. Von seinen Werken sind zu nennen: „Geschichte der Westgoten‘ (Frankf. 1827), „Geschichte der Omajjaden in Spanien⸗ (2 Bde., Frankf. 1829—30), Geschichte Spaniens und —— zur Zeit der Almoraviden und Almodeno (2 Bde., Frankf. 1833—37), «Geschichte der eruler und Gepideno (in Schlossers und 9 0 Archiv — Geschichte und Litterature, Bd. 6), Geschichte Kaiser Sigmunds (4 Bde., Hamb. 1838—45) und »Urkundliche Geschichte der Grafen von Werteimo (2 Bde., Frankf. 1843). Für das von ihm erausgegebene Allgemeine Kirchenlexikon (4 Bde., ankf. u. Mainz 1846—50) hat er den größern eil der kirchenhistor. Artikel verfaßt. In Wien hat ich A. vorzugsweise Studien über die röm. Gechichte, namentlich der Kaiserzeit, sowie der darauf bezüglichen Denkmäler gewidmet und die Ergebnisse dieser Forschungen meist in den „Sitzungsberichten und Denkschriftene der wiener Akademie der Wissenschaften, der er seit 1855 angehört, niedergelegt. Von diesen Arbeiten sind hervorzuheben: Die röm. Legionen prima und secunda adjutrixo (1856), „Die Konsulate der röm. Kaiser Augustus und Tiberiuso (1861), Die Konsulate der röm. Kaiser von Caligula bis Hadriano (1861), «Die röm. Kaiserinschriften (1857), iber Trajans steinerne Donaubrücker (1858) sowie cüber die röm. Militärstationen in Ufer-Noricump (1860), Die Kaiserin Livia, Gemahlin des Kaisers Augustuso (1863), Die Anicier und die röm. Dichterin Probay (1870), Die lat. Inschriften mit den Namen röm. Schiffe von den beiden prätorischen Flotten zu Misenum und Ravennad buaum 1875). Bei Gelegenheit der 500jährigen Juiläumsfeier der wiener Hochschule 1865 verfaßte A. als Festschrift eine Geschichte der wiener Universität im ersten Jahrhundert ihres Bestehens von 1365— 1465% (Wien 1865). Ein zweiter Band der «Geschichte der wiener Universitätꝰ, auch unter dem Titel Die wiener Universität und ihre Humanisten im Zeitalter Kaiser Maximilians I.v erschien 1877. Außerdem sind zu erwähnen die Abhandlungen Roswitha und Konrad Celteso (Wien 1867; 2. Aufl. 1868) und «Die frühern Wanderjahre des Konrad Celtes und die Anfänge der von ihm errichteten gelehrten Sodalitätenꝰ (Wien 1869). In der erstern Schrift wurde die Behauptung aufgestellt, daß die der Nonne Roswitha zugeschriebenen Werle fälschlich ihr beigelegt werden und sie in Wahrheit als dichterische Produktionen ihres ersten Herausebers K. Celtes und einiger seiner humanistischen reunde anzusehen seien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 43Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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