Asiatische Gesellschaften ist der Name für eine besondere Gruppe von gelehrten Gesellschaften, welche sich zum Zweck der Erforschung der Gerh te, der er O und ethnogr. Verhältnisse, der eligionen, der Sprachen und Litteraturen Asiens, anhe der moslem. Gebiete Europas und Afrikas, gebildet haben. Die äalteste derselben ist die Société Asiatique zu Paris, welche 1822 von Silvestre de Sacy, Klaproth, Abel Rémusat, Jomard, Chezy und andern namhaften Orientalisten begründet ward, seit 1823 das Journal asiatiquep herausgibt und orient. Werke, sowohl im Original wie in Übersetzungen, Grammatiken und Wörterbücher teils auf ihre Kosten drucken läßt, teils durch Subskriptionen unterstützt. Bald darauf ward die Royal Asiatic Society of Great-Britain and Ireland gestiftet, welche Colebrooke 19. März 1823 eröffnete und die 11. April 1824 ihre Statuten bestätigt erhielt. An die Stelle der von ihr anfänglich herausgegebenen Transactionsv (3 Bde., Lond. 1824—34) ist seit 1833 das „Journal of thé Royal Asiatic Societys getreten. Eine „Deutsche Morgenländische Gesells afto wurde Wbasse des 3. Okt. 1844 zu Dresden gefaßten Beschlusses der dortigen Orientalistenversammlung auf der Ver-Liejelbe dalt Darmstadt 2. Okt. 1845 begründet. Dieselbe ält alljährlich in Gemeinschaft mit den Philologen im Herbst Generalversammlungen ab und gibt seit 1845 eine (Zeitschrift o heraus, zu welcher seit 1857 noch« Abhandlungen zur Kunde des Mor enlandes » gekommen sind. Mittelpunkte ihrer Geschäftsführung sind Halle, wo sich die Bibliothek befindet, und Leipzig, welches der Sitz der Redaction der Veröffentlichungen der Gesellschaft ist. Nächst diesen drei bedeutendsten Gesellschaften dieser Art in Europa sind noch zu nennen: die Société Orientale de France zu Paris, welche seit 1842 die Revue de l'Oriento herausgibt, die Syro-Egyptian Society in London, die 1850 die Herausgabe von «Original Paperso begonnen hat, und das Koninglijke Institunt voor de Taal „Landen Volkenkunde van Neederlandsch Indié zu Amsterdam, das seit 1853 Bijdrageno veröffenticht. Um den orient. Studien auch in Amerika Bahn zu brechen und ein gemeinschaftliches Organ für dieselben zu gewinnen, trat 1842 zu Boston die American Oriental Society zusammen, welche ein „Journal (Boston 1843 fg.) erscheinen läßt. Von den im Orient selbst bestehenden Gesellschaften dieser Art wurde die Asiatie Society of Bengal bereits 1784 von Sir William Jones zu Kalkutta begründet und veröffentlichte die Asiatic researcheso (17 Bde., Kalkutta 1788 1832), die teilweise ins Französische und Deutsche übersetzt wurden. An die Stelle derselben ist das Journal of the Asiatic Society of Bengalo getreten, das seit 1832 in monatlichen Heften erscheint. Unter Aufsicht dieser Gesellschaft, aber auf Kosten der angloind. Regierung, erscheint seit 1846 die Bibliotheca Indica, eine Sammlung orient. Werke in Text und übersetzung, von welcher bis Anfang 1880 bereits über 500 Lieferungen erschienen waren. Daneben bestehen zu Bombay, Madras, Ceylon, Malakka und Hongkong Asiatische Gesellschaften, die sich selbst als «Brancheso der Asiatischen Gesellschaft zu London bezeichnen und ihre Arbeiten ebenfalls in periodischen Schriften veröffentlichen. Über andere gelehrte Gesellschaften im Orient, welche allgemeinere Zwecke verfolgen, s. Akademien und Gelehrte Gesellschaften.