Aster, Sternblume, sehr artenreiche Gattung schönblühender Gewächse der 19. Klasse 2. Ordnung des Linneschen Systems und der Damiiie der Kompositen (Unterabteilung der Asteroideae), charakterisiert durch die dachziegelige Hülle des Blütenköpfchens, zungenförmige, in der Färbung von den röhrigen Blüten der Scheibe abweichende einreihige Randblüten, wie durch die sitzende, gleichförmige Haarkrone der Früchte. Die Blütenköpfchen sind meistens zu Doldentrauben oder zu Rispen gesammelt. Von den hierher gehörigen perennierenden einheimischen Arten findet sich die Virgilsaster (A. Amellus) im Spätsommer in den Wäldern, A. alpinus in den Alpen und A. Tripolium mit lilafarbiger Blume auf Salzboden und an den See-Een einh Viele andere Arten, welche in Nordamerika einheimisch sind, haben in unsern Gärten Heischen als Herbstastern die Rabatten. Zu den graziösesten und elegantesten Arten derselben zählen A. bicolor, floribundus, formosissimus nebst ihren Varietäten, grandiflorus, multiflorus, Novae-Angliae, Novi-Belgii, grandiflorus. Sind diese Stauden angepflanzt, so hat man nur die Stöcke alle 2—3 Jahre zu verjüngen, d. h. zu teilen und in frisches Erdreich zu pflanzen, um stets eines reichen Herbstflors versichert zu sein. Die für diese Operation geeignetste Zeit ist das Ende des September und der März. 8. Eine weit größere blumistische Bedeutung hat die einjährige A. chinensis, besser (nach Cassini) Callistephus chinensis, der chines. Schönkranz, von den Herbstastern botanisch nur durch den aus sparrig abdebildeten blattartigen, zungenförmigen Schuppen ildeten Hüllkelch unterschieden. Gegen Ende des Jahrh. wurde diese A. durch den Jesuitenpater Incarville aus China in Frankreich eingeführt, wo sie zuerst im Jardin des plantes in Paris blühte. Das Blütenköpfchen bestand aus einer gelben Scheibe, umgeben von einem einreihigen Strahl lilafarbiger Blüten. Seitdem hat diese A. sich mannigfaltig entwickelt, in Weiß und ue welche fast alle zwischen dem reinsten Weiß und dem lebhaftesten Karmin⸗, fast Scharlachrot einerseits und dem dunkelsten Violett liegenden Nuancen andererseits darstellt, in der Bildung der Blütenköpfchen, in denen das hr lungselement (die Blüten der Scheibe) in verschiedener Weise ausgebildet ist, bald als lang vorgezogene geschlossene oder dütenförmig geöffnete Röhren, bald als schmalere oder breitere blumenblattvfnheltaen An in dem bald — bald stumpfwinkeligen Ansatz der Aste, durch welchen in der Hauptsache der Habitus der Pflanze bestimmt wird, in der Größe der Blumen, welche je nach den Rassen Buschs 3 und 12 em schwankt, in der Höhe des usches, welche bei den Zwergastern 10 em, bei andern Formen fast 60 em erreicht, in der besondern Modellierung der Blumen, in der Art, in welcher sie sich zur Gesamtwirkung vereinigen u. s. w. In den Samenbau treibenden Städten, wie Erfurt, Quedlinburg u. s. w., werden mehr als 400 Sorten A. gezogen. Das gesamte Asternsortiment bietet ür eingehende Wuie Mumm ein tudien ein so reiches daterial dar, wie kaum eine andere Pflanzenart. Die blumistisch entwickeltern Hauptformen der A. sind: Röhraster, Kugelaster, Truffauts Päonienaster, Chrysanthemumaster, Victoria-Aster, Nadelaster, Kranzaster, Pomponaster, Bougquetaster, Zwergaster, Riesenkaiseraster. Die A. liebt einen lockern, Nanbeet ot Boden. Man säet sie im April in das Mistbeet oder in Töpfe und nzt sie im Mai in das Land, wo sie ohne Unterbrechung vom Juli bis in den Herbst hinein blüht.