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HimmelskundeBrockhaus 1882

Astrophysik heißt der Zweig der stronomie, welcher vorzugsweise au Grund physik. Methoden Resultate über die Beschaffenheit und Bewegun der Himmelskörper abzuleiten sucht. Irrtümli wird dieser Teil manchmal mit der physischen Astronomie verwechselt, welche die In der Himmelskörper im Dreikörpersystem behandelt. Der Name wurde zuerst von Zöllner um 1865 vorgeschlagen. Die A. umfaßt namentlich die Anwendung der Spektralanalyse der Photographie, der Photometrie auf die Astronomie; auch die auf Grund vergleichender Abbildungen der Himmelskörper gemachten Entdeckungen über die Bes 4 heit derselben rechnet man in ihr Gebiet. Die Ausrüstung einer der A. dienenden Sternwarte unterscheidet sich von der einer gewöhnlichen Sternwarte, da sowohl die Konstruktion des Fernrohrs modisiziert werden muß, als auch die Nebeneinrichtun en andern Bedingungen 9 genügen haben, indem die A. physik.⸗chem. Laboratorien, Dunkelkammern u. dgl. fordert, dagegen Meridianbauten entbehren kann. Die vollständigste Sternwarte für A. ist jetzt das astrophysik. Observatorium in Potsdam. Mehr als in Deutschland, wo die A. durch Kirchhoff, Bunsen, Zöllner begründet ist, wird sie in England, Italien, Amerika kultiviert. Außer en bereits genannten Gelehrten sind als die bedeutendsten Vertreter der A. hervorzuheben: Vogel, Spirer, Lohse, Huggins, Lockyer, Bredichin, Ha elberg, Secchi, Tachini, Janssen, Draper, Voung, Pickering u. a. (S. Spektralanalyse.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 108Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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