FeedAstuarium
AllerleiBrockhaus 1882

Astuarium nannten schon die alten Römer irgend ein Wasserbecken, welches mit Ebbe und Flut in Beziehung stand. Die neuern Geographen bezeichnen mit diesem Worte, im Gegensatz zu den Deltabildungen, die breiten, offenen, meerbusenartigen H+ der Ströme, in denen sich Ebbe und Flut geltend machen. Während die Deltas, welche sich an den Mündungen vieler Ströme teils in den Ocean, teils in größere Binnenmeere gebildet haben, durch allmähliche Ablagerung von Sedimenten, die das Stromwasser aus dem Binnenlande herabführt, entstanden sind, bleiben die Astuarien von jeder Art von Sedimenten frei, indem die etwa an der Strommündung abgesetzten Materialien durch das zurückweichende Flutwasser mit großer Gewa un diese We werden. Die Sedimente gelangen auf diese Weise ins Meer hinaus und bilden in der Gegend der Strommündungen auf dem Grunde desselben Ablagerungen feinen Sahlaum an Meeresströmungen führen diesen Schlamm auch wohl weiter und lagern ihn längs der benachbarten Küsten ab. So geschieht dies namentlich vor dem A. des Amazonenstroms, dessen Schlamm Ler nördlich an den Küsten absetzt und damit zur rsumpfung derselben Veranlassung fle. eben hat. Andere Beispiele solcher Astuarien lie00 der Lorenzstrom, der Ob, Jenissei, die Elbe, eser, Themse, Severn, Tejo u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 108Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Allerlei 6