Amiei (Giovanni Battista), berühmter ital. Optiker und Astronom, geb. 25. März 1786 zu Modena. Durch die Lektüre Herschels für die Astronomie begeistert, zeigte er zugleich früh ein großes mechan. Talent und beschäftigte sich vorzugsweise ern mit der Verfertigung optischer sietopevon ald nach 1800 konstruierte er Spiegelteleskope von 2,2 m Brennweite und 16 em Offnung. Später verfertigte er ein Fernrohr von 30 em Durchmesser und 6, m Länge und 1812 ein Teleskop von neuer Konstruktion mit einem Hohlspiegel und einem im Mittelpunkt durchbohrten Planspiegel. Besondere Beachtung verdient sein Polarisationsapparat, ausgezeichnet für die Beobachtung und genaue Messung aller Erscheinungen des polarisierten Lichts, seine sinnreiche Vorrichtung zur Messung der Lichtstärke eines astron. Objekts durch Doppelbilder, und ein 1827 konstruiertes, später bedeutend verbessertes, Iwäcerte 2. achromatisches Mikroskop. Zugleich entwickelte A. eine bedeutende litterarische Thätigkeit, namentlich durch Aufsätze in den Annalen mehrerer Akademien. Man hat von ihm beachtenswerte Beobachtungen über die Doppelsterne, über die Jupitersmonde, über den Polar- und Aquatorialdurchmesser der Sonne, über den Kreislauf des Pflanzensaftes, über die Infusionstierchen, über die Befruchtung der Pflanzen u. s. w. Zur Zeit des ersten Königreichs Italien und der Restauration Professor der Mathematik in Modena und von der provisorischen Regierung des Herzogtums 1831 zum Oberstudiendirektor ernannt, ward A. später zur Oberleitung der Sternwarte nach Florenz berufen, wo er seitdem ununterbrochen blieb, als Professor der Astronomie am Museo di storia naturale Vorlesungen hielt und einige vortreffliche Fernrohre, die zu den besten existierenden gehören, geliefert hat. Bis ins Greisenalter thätig, starb er zu Florenz 10. April 1863. Amiconi oder Amigoni (Giacomo), Historien- und Porträtmaler, geb. 1675 zu Venedig, arbeitete zuerst in seiner Vaterstadt, dann im Dienste des Kurfürsten von Bayern, hierauf 1729 in London, zuletzt 1747 in Madrid, wo er 1752 als Hofmaler starb. Er malte daselbst im Oratorium San-Salumentalen Plafond. In Deutschland haben das Schloß unde Hireher bei München und dü Sammlungen und irchen der bayr. Hauptstadt einiges mictus (lat.), in der Kirchensprache (gleichbedeutend mit Hum erale, das Schultertuchem länglich viereckiges, weißleinenes und mit Bändern verfehenes Tuch, das der Priester im Amte über Nacken und Schulter schlägt und auf der Brust zubindet. Es bedeckt die Kleider des Priesters unter den geweihten Meßgewändern, damit nicht der Kragen derselben über die Alba und Planeta hervorstehe. Amid nannte man früher in der Chemie eine im freien Zustande nicht darstellbare, aber in zahlreichen Verbindungen vorkommende Vereinigung von 1 Atom Stickstoff mit 2 Atomen Wasserstoff, also XH.; gegenwärtig bezeichnet man als A. solche Körper, die sich von Säuren dadurch ableiten, daß die in ihnen enthaltene Hydroxylgruppe OMH durch die Atomgruppe NII vertreten wird; so entsteht aus Essigsäure CE, COO durch Substitution der OH-Gruppe das Acetamid CH, CONH2. Die diesem entsprechenden Verbindungen bezeichnet man als primäre A. In die in diesen enthaltene Atomgruppe NI, kann unter Substitution von einem Wasserstoffatom noch ein Säure⸗ oder ein Alkoholradikal eintreten, wodurch sekundäre A. oder Imide 10011 so leitet sich z. B. von der Essigsäure C.H,OOH das Diacetamid A. dadurch, daß auch das letzte Wasserstoffatom der NHe-Gruppe durch Säure⸗ oder Alkoholradikale ersetzt wird; aus der Essigsäure geht auf diese Weise vor. Bei den mehrbasischen Säuren kann entweder eine oder mehrere der darin enthaltenen Hydroxylgruppen durch Atomgruppen NII ersetzt werden; so geht die zweibasische Kohlensäure C0(0E/)/ durch einmalige Substitution in die einbasische Carbaminsäure CONEZOH und durch zweimalige Substitution in Harnstoff oder Carbamid CO(NH2) über. Und ebenso, wie aus primären A. der einbasischen Säuren sich die sekundären und tertiären ableiten, gehen auch aus den A. der zweibasischen Säuren die entsprechenden Verbindungen durch Substitution von Wasserstoffatomen der Gruppe durch Säure⸗ oder Alkoholradikale hervor, und zwar kann dabei entweder eine NH-Gruppe intakt bleiben, oder es können beide substituiert werden; vom Harnstoff CO(NH) ausgehend, erhält man auf diese Weise den Athylharnstoff CO(NXIC. Hz) NH2, den Acetylharnstoff CO‚(NHC. HSO)NH2 und den Diäthylharnstoff Amida, röm. Kolonie, später christl. Bischofssitz in Mesopotamien, s. Diarbekr. Amidosäuren nennt man organische Säuren, in denen 1 Atom des nicht durch Metalle vertretbaren Wasserstoffs durch die Atomgruppe NI (s. Amid) oder deren Derivate ersetzt ist. Ist die Essigsäure CHe COOH, so geht daraus die primäre Amidoessigsäure hervor, indem NR. an die Stelle eines Wasserstoffs der Atomgruppe CHs tritt, sie ist also CH NIIa C00H. Wird in der substituierenden Atomgruppe XII. ein Wasserstoffatom durch ein Alkohol- oder Säureradikal ersetzt, so entsteht eine sekundäre A., also z. B. die Methylamidoessigsäure CH NHCH, COOH; endlich kann auch das letzte Wasserstoffatom der NH-⸗Gruppe durch ein weiteres Alkohol- oder Säureradikal unter Bildung einer tertiären A. vertreten werden, so in der Diacethylamidoessigsäure CH= N(CII3)2 COOH. Die A. unterscheiden sich daher von den Amiden dadurch, daß bei erstern die Atomgruppe CO0 intakt bleibt, während bei den Amiden die Gruppe NII an die Stelle des Hydroryls OU in der 00O0H-Gruppe tritt.