Ate ist bei Homer eine Tochter des Zeus (nach Hesiod der Eris und stete Begleiterin der Dysnomia, der Ungesetzlichkeit) und eine verderbenbringende Göttin, welche, Geist und Gemüt bethörend, den Derblende innerlich und durch die Folgen seines verblendeten Thuns auch äußerlich ins Unheil stürzt. Bei des Herakles Geburt hatte sie selbst den Zeus bethört, sodaß ersterer durch Zeus' übereilten Schwur dem — % unterthan ward. Dafür schleuderte Zeus die A. im Zorne aus dem Olymp auf die Erde und schwur, daß sie nie in den Olymp zurückkehren solle. Seitdem durcheilt A. die Erde in ungemessener Schnelle und waltet verderblich über den Häuptern der Menschen. Aber ihr folgen andere Töchter des Zeus, die Litai (reuevolle Gebete), lahm, runzelig, die Augen scheu seitwärts gewenbet langfamen Fußes, die dem, welcher be ehrt, nahen und viel Gutes erweisen, und den heilen, welchen die schnellfüßige A. verwundet hat, über denjenigen aber, der sie verstößt, die verderbliche Göttin von neuem herabrufen. Bei den Tragikern lafifter A. auch als Rächerin, nicht bloß als Anstifterin des Unrechts und Unheils, freilich eben auch dadurch, daß sie den, der bereits efehlt hat, immer tiefer in Schuld und damit ins erderben stürzt, und tritt demnach der Nemesis und der Adrastea zur Seite.