Atellanen (Atellanae fabulae), auch Oseische Schauspiele (Osci ludi), waren eine Art volkstümlicher Lustspiele, die von der oscischen Stadt Atella in Campanien den Namen erhielten, weil in dieselbe als eine Art Krähwinkel der Schauplatz der Handlung verlegt zu werden pflegte. Nach Mommsen Jechah dies, als Atella gleich Capua 210 v. Chr. seiner Stadtrechte beraubt und so von der Polizei dem Spotte preisgegeben war; im übrigen war ein derartiges Spiel mit Masken in Latium und Rom schon lange, ehe es diesen Namen erhielt, heimisch. Nach der Überlieferung und der gewöhnlichen Annahme sind die A. aus Campanien in om gekommen. noch hen ist die Atellana in der Puleinellkomödie noch heute besonders in Campanien zu Hause. (S. Pulcinella.) Die A. wurden nicht von Schauspielern, sondern von in Ma Römern selbst barin ieh und zwar immer in Masken. Es traten darin werne Hum auf, namentlich der dumme und lüsterne Nimmersatt Maccus, der geschwätzige und gefräßige Bucco, der verblendete, gutmütige Alte Pappus (der Pantalone, s. d.), der pfiffige Dossennus (der Dottore). Der Gang der Stücke ward öchstens im allgemeinen verabredet, das meiste ward und oftischr Witze und Gestikulation waren derb und oft s den Be die Sprache die des gemeinen Lebens. Um den Beinn des 1. Jahrh. v. Chr. wurden die A. zu einer rt kunstmäßigen Lustspiels. Sie wurden nun von Dichtern verfaßt und auch von Schauspielern aufgeführt, und zwar regelmäßig als Nachspiel nach ernsten Stücken, als Schlußstück (exddium), um di-Gemüter wieder zu erheitern. Sie erhielten so eine Sumrdier wrnd und Aufgabe, wie das griech. atyrspiel, von dem sie im ubrigen aber wesentlich verschieden sind. Ihr Inhalt wurde damit natürlich auch reicher; es scheint, daß vorzugsweise einzelne Stände und Situationen in diesen wohl gewöhnlich einaktigen Possen in derbkomischer Weise geschildert wurden. Doch finden sich auch Travestien von Tragödien unter ihnen. Immer blieben die A. volksmäßiger auch als die auf ital. Boden spielenden Komödien. Verfaßt wurden solche A. von L. Pomponius, Novius, noch in der Kaiserzeit von Mummius. Erhalten ist nicht eine einzige Atellana, wohl aber ziemlich viele Titel von solchen und äußerst spärliche Bruchstücke, zusammengestellt nach Bothe und Munk von Ribbec in „Scenicae poesis Romanorum fragmenta (2. Aufl., Bd. 2, Lpz. 1873). Vgl. Schober, Uber die Atellanis en Schauspiele der Römerr (Lpz. 1825); Klenze,« hilol. Abhandlungen» (Berl. 1839); Weyer, «über die A. der Römer⸗ (Mannh. 1826); Munk, De fabulis Atellanis „ (Berl. 1840); Keller, De lingua et exodiis