Atolls heißen die ringförmigen, ganz huchen Inseln, die im Stillen Ocean durch den allmählichen Aufbau von Korallen während einer ebenso langsamen Senkung des Meeresbodens entstanden sind. Sie bestehen daher ganz aus Korallenriffen, welche anfangs eine kleine Insel umgaben und dann, während diese untersank, immer wieder bis zum Meeresspihl heraufwuchsen. (S. Korallen.) töme (vom griech. Kronos, unteilbar), die letzten Bestandteile der physik. Körper. Die Bildung des Begriffs der A. macht in der Entwickelung der Philosophie des Altertums einen wichtigen Wendepunkt aus, indem durch das Zurückgehen 1 die unveränderlichen Bestandteile der Körper zuerst die Möglichkeit einer exakten Physik angebahnt wurde. Ehe das Denken bis zu dieser Abstraktion doon der wurde das Wesen der Materie einerseits von der Pythagoräischen Schule mit den geometr. Größen und Figuren, andererseits von den ion. Philosophen mit den das Leben im Weltall erzeugenden Kräften zusammengeworfen und verwechselt. Erst im Anschluß an die metaphysischen Untersuchungen der Eleatischen Schule (s. d.) über die Unveränderlichkeit des Seins und durch die Reflexion au das, was in allem Wechsel der materiellen Zusande innerhalb ihrer selbst als unveränderlich beharrt, wurden Leucipus (um 500 v. Chr.) und, ihm folgend, Demokrit (470—407) zu der Hypothese getrieben, daß dieses Beharrende aus gewissen kleinsten Teilen bestehen möge, welche keine andern Eigenschaften besitzen dürften als Ausdehnung Gestalt, Cgenschafl Härte und Schwere, weil alle übrigen Eigenschaften an der Materie ebenso rasch wieder verschwinden können, als sie daran erscheinen, und daher weder Farbe, noch Ton, noch Geruch, noch Geschmack den ersten Bestandteilen der Körper als solchen zukommen können. Dem Demokrit, welcher diese Hypothese Namut an einem Reichtun empirischen Stoffs als Naturforscher verwertete, —.—— sich darin höchst bequem, daß sie alles weitere Nachfragen nach den metaphys. Gründen von Raum, * und Bewegung abschnitt, und dadurch die enge phäre der sinnlichen Wahrnehmung von aller übrigen Existenz abschleß und isolierte. Aber dieser Vorteil von der einen Seite verhinderte zugleich von der andern die weiter strebenden Philofonhenschulen, sich auf dieses Ruhekisfen der Forschung niederzulassen, und so haben unter den spät Schulen einzig die Epikuräer die Hypothef des Demokrit weiter entwickelt, welches damit zusamdes iphie daß sie zugleich unter allen Ren, welche des spätern Altertums die einzigen waren, welche keine Metaphysik, sondern allein eine phyfik. Wissenschaft wollten. Daher siel auch im Altertum die atomistische Weltansicht immer mit einem entschiedenen Materialismus zusammen. In der Reuzeit hat sich dieses Verhältnis ganz eändert, indem zwar durch Gassendi, Descartes, ewton, Boerhaave, Lesage u. a. sich die Demokritische Atomlehre der Bequemlichkeit halber, die sie dem Kalkül bot, ganz allgemein in die Physid einbürgerte, iedoch unbeschadet der Idealphil Pebwelche daneben ungestört ihre eigentümlichen Bahnen lief. Um beide Seiten der Borschung in eine engere Verbindung miteinander d. setzen, wagte Leibniz den Versuch, die A. mit Denkkräften auszustatten und für geistige Substanzen oder Monaden zu erklären, welche, auf unendlich verschiedenen Stusen innerer Entwickelung stehend, eine aufsteibis Wesenkette bilden, vom Elementartropfen an is zum absolut vollkommenen Geiste als der xs 5 Urmonade aufwärts. Der erste, welcher sich in der Neuzeit entschieden Tben die Atomlehre auflehnte, war Kant. Seine Theorie der Anschauungen a priori schließt ein Bestehen der Materie aus kleinsten Teilen darum aus, weil ihr Iun folge die Materie überhaupt nicht aus ihren Teilen Ramm wee etzt ist, sondern den kontinuierlichen aum, welchen sie einnimmt, allein durch die darin von Punkt zu Punkt wirkenden anziehenden und abstoßenden Kräfte erfüllt. Daher ist nach Kant alle Materie ins Unendliche teilbar, obgleich nicht ertrennbar. Der Kantsche Dynamismus äußerte senen Einfluß auf die Naturwissenschaft darin, daß der fei allgemein überhandgenommene Irrtum, als seien die A. Gegenstände der Erfahrung, stark erschüttert wurde, und man in der Physik infolge dessen an die Stelle der A. gewöhnlich lieber den Begriff kleiner Massenteile (Corpuscula oder Mo-Iécules) substituierte, bei denen man es unbestimmt ließ, ob sie en. 2 oder nur annäherungsweise die kleinsten seien. Andernteils wurde der Kantsche Dynamismus in den verschiedenen Richtungen und Systemen der Naturphilosophie men Gcbie durchgahrt, vervollständigt und auf allen Gebieten der raturforschung gegen die mechanische Weltansicht der Atomistiker verfochten. Auch Hegel verteidigte den Kantschen Dynamismus, indem er in seiner Logiko den atomistischen Standpunkt zwar als ein wichtiges Stadium des Fortschritts auf dem Wege der histor. Begriffsentwickelung, dabei aber doch als einen schließlich zu überwindenden Irrtum behandelte. Neuerdings sind durch Herbart und dessen Schule, wie auch durch Lotze und Droßbach, erneuerte Bestrebungen eingetreten, die physikalischen A. durch eine Umgestaltung derselben zu geistigen Monaden vor den Kantschen Einwürfen zu retten, und dadurch den Kantschen Standpunkt des Philosophierens auf den Leibnizschen zurückzufuhren. Philos. Verteidiger der Atomlehre im Sinne des Demokritischen und Epikuräischen Materialismus, wie sie das 18. Jahrh. hatte (Lamettrie, Holbach, Robinet), sind seit Kant nicht wieder aufgetreten, indem es das Bestreben der neuen Materialisten vielmehr in der Regel gewesen, in die ursprünglichen Körperteile außer ihren physik. Eigenschaften auch noch Anlagen zu idealen oder innern Thätigkeiten (des Vorstellens, Empfindens u. s. w.) zu verlegen, und sich dadurch bis auf einen gewissen Grad dem monadologischen Standpunkte zu befreunden. Am meisten hat sich dem echten Demokritischen Systeme wieder genähert Czolbe in seiner „Neuen Darstellung des Sensualismus» (Lpz. 1855). Ein scharmaniger Ausgleichungsversuch zwischen der Kantschen Dynamik und der Atomlehre der Physiker ist gemacht worden von Fechner in der Schrift: cüber die physik. und philos. Atomlehrer (2. Aufl., Lpz. 1864). Fechners A. sind zwar starr und von krystallinischer Gestalt, gleich den Demokritischen, entlehnen jedoch dabei aus der Kantschen Dynamik den wesentlichen Umstand, daß sie ihre Räume nicht durch ihre bloße Existenz erfüllen, sondern allein durch ein perpetuierliches Ausströmen ihrer Kraftquellen von gewissen, in unveränderliche geometr. Lagen zueinander gestellten Kraftpunkten aus. Inzwischen ist die Atomlehre für die empirische Naturforschung zu einer unentbehrlichen und allgemein anerkannten Hypothese geworden, indem sowohl die Physik als auch die Chemie derselben zur Erklärung der wahrnehmbaren Erscheinungen bedürfen. Doch ist im letzten Grunde der Begriff des A. nur ein Ausfluß der Notwendigkeit, mit welcher die Kategorie der Substanz (s. d.) sich im empirischen Denken des Menschen geltend macht und, da sie innerhalb des Erfahrungsmaterials nicht rein aufrecht zu erhalten ist, in ihrer objektiven Geltung jenseit der Erfahrung verlegt wird. Vgl. Wießner, Das Atomp (Lpz. 1875).