Anaxagöras, einer der bedeutendsten ion. Philosophen, wurde als Sohn vornehmer Eltern zu Klazomenä in 8r ten um 500 v. Chr. geboren. n seinem 45. Jahre kam er in Athen mit Perikles in genaue Verbindung und machte dort zuerst die Philosophie heimisch. Unter seine Schüler gehörten außer Perikles besonders Thucydides Archelaos der Physiker und Euripides. Durch Naturstudien in den Stand gesetzt, die Sonnen⸗ und Mondfinsternisse, Erdbeben und ähnliche Erscheinungen natür70 zu erklären, kam er in den Verdacht der Gotteslästerung und mußte 9 verlassen. Er ging nach Lampsakos, wo er 428 starb. Im Gegensatz zu den Eleaten (s. d.) nahm er zur Erklärung der Vielheit der Erscheinungen eine unendliche Vielheit ungewordener, unvergänglicher und unveränderlicher Urstoffe (Homöomerien) an. Als diese Urstoffe betrachtete er aber nicht die sog. Elemente, sondern Grundkörperchen, welche durch eigentüm ice Qualitäten voneinander verschieden und den Körpern, die durch sie gebildet werden, gleichartig seien. Die Urstoffe, an und für sich ohne Bewegung, waren nach seiner Meinung im aterieit durch ein anderes, Hin Berst ewiges und materiell gedachtes Prinzip, den Verstand (9086, d. i. Heweaung in Bewegung 968115 und durch diese Bewegung und Scheidung es Ungleichartigen und die Verbindung des Gleichartigen hatte sich die Welt gebildet. Er nahm an, in jedem Dinge befinde sich ein Anteil von allem, und ein Ding unterscheide sich daher nur durch das Vorherrschen eines Grundstoffs; die Intelligenz aber bleibe rein und und durchd mit der übrigen Materie und bestimme und durchdringe alle Dinge als das Prinzip des Lebens. Wegen der Annahme jenes geistigen Prinzips haben ihn viele für den ersten Deisten unter den Philosophen angesehen, aber mit Unrecht, da bei seinem geistigen Urwesen von Die eaam und Immaterialität keine Rede — ie Fragmente seiner Schriften sammelte chaubach (Lpz. 1210 und Schorn (Bonn 1829). Vgl. Breier, «Die Philosophie des A.y (Berl. 1840); évort, «Dissertation sur la vie et la doctrine A.v (Par. 1843); C. Hoffmann, «über die Gottesidee des A., Sokrates und Platonv (Würzb. 1860); Gladisch, «A. und die Israelitend (Lpz. 1864).