Atropin, Atropium oder Daturin, eine organische Base CI: HasNOs, die sich in allen Teilen der Tollkirsche (Atropa Belladonna) und des Stechapfels (Datura Stramonium) sowie in den Blättern und der Wurzel des Nachtschattens (Solanum nigrum) findet. an stellt das A. meist aus dem zu Anfang der Blütezeit abgeschnittenen Kraute der Belladonna her, indem man einen wässerigen Auszug derselben nach dem . ½ mit Natronlauge bis zur deutlich alkalischen Reaktion versetzt und mit Ather schüttelt; der —7 entzieht dabei der Flüssigkeit das im Wasser fast unlösliche A. und hinterläßt es beim Verdunsten im unreinen Zustande. Der Rückstand wird mit Wasser übergossen und mit verdünnter Schwefelsäure bis zur +π ten Lösung versetzt, worauf diese durch Tierkohle entfärbt und das A. daraus durch Ammoniak gefällt wird. Nach dem Trocknen wird dasselbe aus Alkohol umkrystallisiert. Es krystallisiert in feinen weißen Prismen, die bei 90 C. schmelzen, unangenehm bitter und scharf schmecken, sich wenig in kaltem Wasser, leicht aber in Alkohol lösen. Beim Erhitzen mit Salzsäure oder mit Barytwasser spaltet sich das A. in eine neue Base, das Tropin HisNO, und eine Säure, die Tropasäure Das A. ist höchst giftig. In der Augenheilkunde wird dasselbe vielfach verwendet; es bewirkt, in der geringsten Menge auf die Bindehaut gebracht, Erweiterung der Pupille sowie Lähmung des Accommodationsapparats.