Auersperg (Karl Wilh., Fürst), österr. Staatsmann, geb. 1. Mai 1814, wurde noch vor vollendetem 13. —7½ durch den Tod seines Vaters das aupt der fürstl. Linie des Hauses A. Ausschließich mit litterarischen und ästhetischen Studien beschäftigt, hielt er sich von allen +—rdu/ Angelegenheiten fern, bis die Februarverfa ung von 1861 in Osterreich die konstitutionelle Ara eröffnete. Als erbliches Mitglied und Präsident des Herrenhauses zeigte sich A. gegenüber der reaktionären und föderalistischen Partei als ein energischer und gewandter Vorkämpfer der liberalen Verfassungsprinzipien wie der österr. Staatseinheit. Namentlich Ianäen seit 1861 in ihm seine feudalen Standesgenossen aus dem böhm. Großgrundbesitze auf dem prager Landtage einen gefürchteten Gegner. Als der Statthaltereileiter von Böhmen, Graf La. ansty, im Einverständnisse mit dem Ministerium Belere i die Rechtsbeständigkeit des Reichsrats in Abrede stellte, legte A. nebst seinen liberalen Kollegen sein Mandat für den *7 Landtag nieder, und nahm seine Thätigkeit in Salere erst nach der Entlassung des Ministeriums Beleredi (7. Febr. 1867) wieder auf. Als Präsident des Herrenhauses unterstützte er die Ausgleichspolitik des Grafen Beust und trat Anfang 1868 als Präsident an die Spitze des sog. Bürgerministeriums (Berger, Brestel, Herbst, Giskra u. s. w.). In dieser Stellung bekämpfte er die föderalistischen Tendenzen Beusts, und als letzterer auf eigene Hand mit den Führern der Czechen zu unterhandeln begann, 60 sich A. auf seine Güter zurück und nahm im Sept. 1868 seine Entlassung, ohne jedoch aufzuhören, seinen Einfluß im verfassungstreuen Sinne geltend zu machen. Den Bemühungen des a ayp dem 5 Potocki, die verfassungstreue Partei auf dem böhm. Landtage durch Wahlmanöver zu reduzieren, trat A. mit dem ganzen Gewicht seiner überzeugungstreuen, deutschen Gesinnung entgegen. Seit dem Sturze des Ministeriums Hohenwart-Schäffle (30. Okt. 1871), welches in A. gleichfalls einen prinzipiellen 4 hatte, fand die in volkswirt Haftlicher und kirchlicher Beziehung reformatorische Politik des Kabinetts 90. ᷓ. Auersperg in ihm seine kräftigste Unterstützung. Von 1871—79 fungierte er wieder als Präsident des Herrenhauses. In der Session von 1879—80 beteiligte sich A. lebhaft an den Debatten im u Taasz, e und bekämpfte die Politik des Grafen Taaffe, die durch Zugeständnisse die Nationalitäten I gewinnen suchte, als die Reichseinheit lockernd. A. bekleidet noch das Amt eines Oberstlandmarschalls von Böhmen und Vorsizenden des böhm. Landesausschusses.