Auerswald (Hans Adolf Erdmann von), Duß-Generalmajor, ältester Sohn des vorigen, wurde 19. Okt. 1792 auf dem Gute Faulen bei Rosenberg in Preußen geboren und studierte seit 1810 die Staatswissenschaften zu Königsberg. Beim Marsche des Vorkschen Korps durch Königsberg .—„ er sich diesem im Jan. 1813 an, trat in das 2. westpreuß. Dragonerregiment und kämpfte bereits als Offizier in den Schlachten von Großbeeren, Dennewitz und Leipzig sowie in dem Feldzuge in Holland unter Bülow. Nach der Schlacht von Waterloo wurde er zum Adiutanten Bülows ernannt und trat 1817 in den Generalstab, wo er bis 1840 verblieb. A. wurde 1841 zum Obersten des litauischen Dragonerregiments, 1846 zum Brigadekommandeur in Neisse ernannt und 1848 nach Breslau versetzt. Bei den Wahlen zum Deutschen Parlament 1848 wurde er in Litauen und in Westpreußen zum Abgeordneten, in en 98 zum Stellvertreter gewählt. Ru der Deutschen Nationalversammlung zu Frant urt, wo er zur Rechten gehörte, galt seine Bon ehm nan den militärischen Angelegenheiten. Von ihm stammte der Entwurf zu einem Gesetze über die deutsche Wehrverfassung, welcher den Beratungen des Parlaments zu Grunde gelegt ward. Als 18. Sept. 1848, infolge der Annahme des Malmöer Waffenstillstandes durch die Nationalversammlung, Frankfurt der Schauplatz eines Straßenkampfes wurde, ritt A. in Begleitung des Abgeordneten Fürsten Paen Lichnowsl (s. d.) nach dem vor der Stadt geegenen Landhause des Reichsverwesers. Auf dem Wege begegneten sie einer Schar Aufständischer, welche Licnowsti, der wegen seines Verhaltens als Abgeordneter unbeliebt war, erkannten, und diesen wie auch seinen Begleiter verfolgten. A. flüchtete in ein Haus, wurde aber von den Wütenden entdeckt, herausgeschleppt und unter Mißhandlungen erschossen. A. hatte kurz zuvor seine Frau, eine geborene von Bardeleben, durch den Tod verloren, und hinterließ vier Söhne und eine Tochter. ů