August (Friedr. Wilh. Heinr.), Prinz von Preußen, General der Infanterie, Generalinspektor und Chef der Artillerie, geb. 19. Sept. 1779 zu Friedrichsfelde, war der jüngste Sohn des 3. Mai 1813 gestorbenen Prinzen August Ferdinand, des Bruders Friedrichs d. Gr., und der Markgräfin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt. Er war beim Ausbruch des Kriegs 1806 Chef eines Grenadierbataillons, mit dem er an der Schlacht bei Jena teilnahm und dann nach Prenzlau sich zurückzog. Hier wurde er nach der verzweifeltsten Gegenwehr von den Franzosen gefangen und dann nach Frankreich gebracht. Nach 13monatlicher Geangenschaft freigegeben, machte er eine Reise dur ie Schweiz und Oberitalien und ging dann na Petersburg. Von dort kehrte er März 1808 na Königsberg i. Pr. (rerd und wurde 8. Aug. zum Generalmajor und Chef der Artillerie ernannt. Nach dem Waffenstillstande von 1813 übernahm er als Generallieutenant das Kommando der 12. Brigade beim 2. (KKleistschen; Armeekorps. In dieser Stellung focht er in den 7½ von Dresden, Kulm, Leipzig, Montmirail, Laon und Paris. Mehrmals trug er mit seiner Brigade zur Entscheidung des Siegs bei, so namentlich 16. Okt. 1813 bei Markklee⸗⸗ berg und 18. Okt. bei Probstheida. Noch bedeutender ward sein Wirken, als er 1815 das Kommando üÜber das 2. norddeutsche Armeekorps erhielt, welches zur Belagerung der Festungen an der Nordgrenze Frankreichs bestimmt war. In kurzer Zeit bewirkte er die Ubergabe von Maubeuge, Philippeville, Landrecy, Longwy, Rocroy, Givet, Montmédy, Sedan und Mezieres. Nach dem Kriege übernahm er wieder das Kommando der Artillerie, welche unter seiner Leitung gänzlich umgestaltet wurde und sich zu einer hohen Stufe der Vollkommenheit entwickelte. A. starb zu Bromberg 19. Juli 1843. Durch die Erbschaften von seinem Vater und seinem bei Saalfeld 1806 gebliebenen Bruder Louis Ferdinand war er der reichste Grundbesitzer im preuß. Staate. Der größte Teil seines Vermögens siel nach dem Hausgesetze an die Krone zurück, da er nicht standesgemäß vermählt war, ein kleiner Teil fiel an die fürstl. Radziwillsche Familie, mit welcher der Prinz durch seine vor ihm verstorbene SAnanf verschwägert gewesen war. ugust (Friedr. Eberhard), Prinz von Württemberg, preuß. Generaloberst von der Kavallerie und Kommandirender General des Gardekorps, zweiter Sohn des Prinzen Paul von Württemberg (geb. 19. Jan. 1785, gest. 16. April 1852) und der Prinzessin Charlotte von Sachsen-Altenburg, wurde 24. Jan. 1813 zu Stuttgart geboren. Er trat 1829 in württemb., 1831 in preuß. Dienste, wo er als Rittmeister im Regiment der Gardes-du-Corps angestellt wurde. Nachdem er 1838 zum Obersten aufgestiegen, erhielt er 1840 das Kommando des Garde-Kurassierregiments, darauf als General 1844 ein Brigade⸗, 1854 ein Divisionskommando, 1856 das Kommando der Gardekavallerie, 1857 als kommandierender General das 3. Armeekorps und wurde 1858 kommandierender General des Gardekorps und im folgenden Jahre General der Kavallerie. Im Deutschen Kriege von 1866 nahm A. an den Ge1eil un von Gerwenahora, Soor und Königinhof teil und trug dann zu der siegreichen Wendung und Entscheidung der Schlacht von Königgrätz (l. d.) durch seinen Angriff in der rechten Flanke des Feindes und die Erstürmung von Chlum bei. Im Deutsch-Ang. 1870 5 Kriege war das Gardekorps bis Ende ug. 1870 der Zweiten deutschen Armee (Prinz Ransart Karl von Preußen), dann der Vierten oder aasarmee der Ochi von Sachsen) zugeteilt und kam zuerst in der Schlacht bei Gravelotte 18. Aug. zum Gefecht, wo es besonders bei rlusten i0 ruhmvoll, wenn auch mit schweren Verlusten kämpfte. Ebenso zeichnete es sich bei Sedan 1. Sept. aus. Dann rückte es mit vor Paris, wo es in der Cernirungsarmee einen Teil der Nordostfront besetzte und namentlich 28., 29. und 30. Okt. und 21. Dez. bei Le Bourget seinen alten Ruhm bewährte. A. übernahm von Juli bis Sept. 1872 neben seiner Stellung als kommandierender General die Geschäfte des Gouverneurs von Berlin und wurde 2. Sept. 1873 zum Generaloberst von der Kavallerie mit dem Range eines Generalfeldmarschalls ernannt, auch gleichzeitig einem Fort von Metz sein Name beigelegt; 13. Juni 1878 wurde er nach den Attentaten auf den defelis mit Wahrnehmung der Geschäfte als Oberbefehlshaber der Truppen in den Marken betraut.